Die Corona-Impfstofflösung muss vor Ort aufbereitet werden. Geschieht das an einer sterilen Werkbank, wie hier in der Klinik-Apotheke (Archivfoto), ist sie noch sechs Stunden haltbar. Ohne diese spezielle Werkbank nur eine Stunde. © Quiring-Lategahn (A)
Katholisches Klinikum Lünen/Werne

Corona-Impfstoff: Klinik-Apotheke am zweiten Feiertag in Rufbereitschaft

In Rufbereitschaft ist die Apotheke des Klinikums Lünen/Werne am 26. Dezember, falls der Corona-Impfstoff geliefert werden sollte. Noch dieses Jahr wird etwas passieren, sagt der Chefapotheker.

Die Corona-Taskforce des Klinikums fragt momentan die Impfbereitschaft beim Krankenhauspersonal am Katholischen Klinikum Lünen/Werne ab. Sollte der Corona-Impfstoff kommen, „sind wir auf alles vorbereitet“, sagt Chefapotheker Bernd Scharfenkamp. Zuständig ist die Klinik-Apotheke allerdings nur für eigene Beschäftigte, und in der Anfangsphase nur für die Mitarbeitenden, die in Bereichen mit hohem Risiko eingesetzt werden. Noch in diesem Jahr rechnet Scharfenkamp mit ersten Impfdosen.

Dass die Klinik-Apotheke mit ihren Kühlmöglichkeiten von minus 70 Grad nicht auch das Impfzentrum in Unna beliefert, hat einen schlichten Grund: Der zubereitete Impfstoff ist nicht transportstabil. Daher müsse die Impfstofflösung vor Ort aufbereitet werden. Damit der Impfstoff in den Senioreneinrichtungen oder im Impfzentrum direkt zubereitet werden könne, sei auch an Apotheker oder pharmazeutisches Personal der Appell gegangen, sich bei der Apothekerkammer freiwillig zu melden.

Corona-Impfstofflösung aufbereiten

Die aufbereitete Impfstofflösung sei, wenn sie an einer speziellen, sterilen Werkbank zubereitet worden sei, bis zu sechs Stunden haltbar. Bei Herstellung ohne diese spezielle Werkbank nur eine Stunde, erklärt Scharfenkamp. Sie müsse also zügig verimpft werden.

Der gelieferte Impfstoff könne nicht nur bei minus 70 Grad, sondern auch im normalen Kühlschrank gelagert werden. Dann allerdings sei er nur fünf Tage haltbar. „Man muss das alles sehr sauber planen“, erläutert Scharfenkamp.

Er glaubt, dass zu Anfang für den Gesundheitsbereich nur begrenzt Impfstoff da sein werde, da ein Großteil zunächst für Risikogruppen im ambulanten Bereich, beispielsweise für Personen über 80 Jahre benötigt werde. Für die Klinik-Mitarbeiter des St.-Marien-Hospitals Lünen werde der Impfstoff, sollte er dann da sein, in der Apotheke vorbereitet. Anders sieht es am St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne aus, das ebenfalls zum Klinikverbund gehört. Hier werde pharmazeutisches Personal aus Lünen vor Ort den Impfstoff zubereiten.

Voll-Schutz erst nach zweiter Impfung

Die Logistiker sollen übrigens täglich, je nach Anforderung, mit dem Impfstoff zur Klinik-Apotheke rollen. „Wir haben die Nachricht, dass wir tagesaktuell beliefert werden sollen“, so Scharfenkamp. Das bedeute, dass jede Bestellung von Impfdosen auch am nächsten Tag vorbeigebracht werden solle. Das hat den Vorteil, dass für die zweite Impfung nach drei Wochen nichts gelagert werden müsse. Nur nach zweimaliger Impfung sei der Schutz vollständig wirksam.

In dieser Woche gebe es weitere Absprachen. Es seien noch viele Fragen offen, sagt Scharfenkamp.

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Magdalene Quiring-Lategahn

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