Reporter Daniel Claeßen hat als "Fretful Father" mit einem Quarantäne-Fall in der Familie zu kämpfen. © Kristina Schröder / Montage Klose
The Fretful Father

Corona kann uns mal: Endlich Ferien!

Der Fretful Father freut sich auf den Sommer. Dabei ist es ihm egal, welches Virus gerade die Menschheit bedroht - Hauptsache Urlaub. Wobei: Nein, so ganz egal ist es ihm dann doch nicht.

Es fühlt sich an, als wäre man eine Ewigkeit nicht weg gewesen. Das stimmt nicht: Sowohl im vergangenen Sommer als auch im vergangenen Herbst waren wir im Urlaub. Im Sommer war es in etwa so wie jetzt: Alle gut drauf, der Lockdown war vorbei, und jetzt sollte es doch wieder aufwärts gehen. Ging es dann auch, zumindest bis zu den Herbstferien. Relativ pünktlich vor deren Beginn machten die erste Betriebe dicht und ein Beherbergungsverbot in Norddeutschland sorgte dafür, dass wir kurzfristig umdisponieren mussten.

Die folgende Urlaubswoche in Dänemark war dann von Unbehagen geprägt, da sich die meisten Menschen um uns herum irgendwie nicht dafür zu interessieren schienen, dass die Sache mit dem Virus eben noch nicht vorbei war. Die Folgen sind bekannt, nicht nur in Dänemark, sondern überall auf der Welt.

Deswegen, aber vor allem auch wegen des weiteren Lockdowns und dieser verdammten Ungewissheit, kam einem das vergangene dreiviertel Jahr wie eine Ewigkeit vor. Und deswegen freuen wir uns jetzt, wo alles wieder besser zu sein scheint, darauf, endlich mal auszuspannen und nicht jeden Tag an Corona zu denken. Wohnwagen ankoppeln und einfach mal schauen, wohin es uns treibt. Die Pandemie kann mir dabei herzlich egal sein.

Urlaub mit Handbremse

Scherz. Kann sie natürlich nicht. Wie soll das auch funktionieren, nachdem wir ein Jahr lang mehr oder weniger darauf konditioniert wurden, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Natürlich werden wir uns im Urlaub mehrmals testen lassen. Natürlich werden wir Masken tragen. Natürlich werden wir unseren Kinder erklären müssen, dass manche Attraktionen nicht zugänglich sind, weil von diesem dämlichen Virus immer noch eine Gefahr droht.

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Der Unterschied zu damals: Meine Frau und ich sind geimpft, so wie bereits sehr, sehr viele Menschen. Das wird die Infektionszahlen nicht eindämmen, zumal davon auszugehen ist, dass sich jene Menschen eben nicht weiter an die Regeln halten, sondern wieder leichtsinnig werden. Das ist vielleicht ein weiterer Unterschied zu damals: Ich kann diesen Leichtsinn ein Stück weit verstehen. Was nicht bedeutet, dass er mir gefällt. Allerdings weiß ich auch, dass das Risiko schwerer Verläufe deutlich geringer ist. Und deshalb muss man vielleicht kein schlechtes Gewissen haben, wenn man aus Versehen mal seine Maske vergisst. Abstand halten geht ja auch so.

Wir müssen es wohl oder übel akzeptieren: Es wird ein Urlaub mit Handbremse werden. Aber immerhin: Es wird ein Urlaub. Und es wird sicher einen Abend geben, an dem meine Frau und ich mit einem Wein anstoßen und sagen: „Corona kann uns mal!“

ZWISCHEN BESORGT UND VERÄRGERT

In seiner Kolumne „The Fretful Father“ schreibt Reporter Daniel Claeßen über Dinge, die ihn als Familienvater bewegen. Und auch wenn er die Probleme seiner Kinder stets ernst nimmt, ist hier nicht immer alles ernst gemeint. Der Titel der Kolumne ist angelehnt an das „Fretful Mother Magazine“ aus der Serie „Die Simpsons“. Womit auch klar ist, dass hier immer mal wieder das Kind im Manne durchkommt. Außerdem kann „fretful“ nicht nur „besorgt“, sondern auch „quengelig“, „weinerlich“ und „verärgert“ bedeuten – womit die Gefühlsspanne unseres Autors ziemlich gut abgebildet wird.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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