Corona-Konzepte im Handel: Edeka Patzer in Lünen will Kunden zählen lassen

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Auch im „Lockdown light“ setzt der Einzelhandel weiterhin auf Einkaufswagenpflicht. Edeka Patzer in Lünen geht einen Schritt weiter: Dort sollen die Kunden bald maschinell gezählt werden.

Lünen

, 18.11.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Inzwischen sind die Regeln im Einzelhandel wieder verschärft: Laut aktueller Corona-Schutzverordnung darf nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche anwesend sein. Kontrolliert wird das in den Lüner Geschäften auch weiterhin durch bekannte Maßnahmen.

„Wir machen das fast schon wie im ersten Lockdown“, sagt Tolga Özkurt, Marktleiter von Edeka Patzer. Schilder an den Türen des Marktes weisen explizit darauf hin, dass jeder Kunde einen Wagen nehmen muss. Gibt es draußen keinen Wagen mehr, muss der Kunde warten, bis ein Wagen zur Verfügung steht.

Edeka Patzer will zudem eine Zählmaschine einführen. Mit dieser könne die Anzahl an Kunden im Laden erfasst werden. Ist die maximale Zahl erreicht, meldet dies das Gerät. Erst wenn Kunden den Laden verlassen, können dann neue wieder einkaufen.

Die meisten Kunden halten sich dran

Neben dieser künftigen Maßnahme gelten weiterhin Mindestabstand und Maskenpflicht, so Özkurt. All dies scheint mittlerweile für die Kunden Routine zu sein. „Es gibt immer mal Leute, mit denen man über die Masken diskutieren muss, aber 95 Prozent halten sich an die Regeln.“ Anders als im ersten Lockdown gebe es keinen Security-Mitarbeiter, der die Kunden auf Regeln hinweise. Sie seien mittlerweile zur Routine geworden

Markus Kaluza, Pressebeauftragter des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen, bestätigt das. Manchmal falle es Kunden schwer, den Mindestabstand richtig einzuschätzen. Insgesamt aber sei die Kundendisziplin vorbildlich, was auch aus aktuellen Umfragen des Handelsverbands hervorgehe.

Die Umfragen zeichnen gleichzeitig ein düsteres Bild für den klassischen Einzelhandel der Innenstadt. Schuhgeschäfte und Co. seien durch den neuen Lockdown stark betroffen, so Kaluza. „Bereits in der letzten Oktoberwoche waren schon deutlich weniger Menschen in der Stadt unterwegs als vorher. Seit einer Woche ist es aus Handelssicht beängstigend.“

Einzelhandel steckt in einer ernsten Notlage

Dem Lebensmittelhandel gehe es zwar gut. Aber das täusche nicht über die Tatsache hinweg, dass der Einzelhandel in einer ernsten Notlage stecke. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit breche den Händlern der Umsatz weg. „In letzter Konsequenz fürchten viele um die Existenz.“

Das bestätigt auch Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City Rings. „Die Lüner Einzelhändler spüren den Lockdown sehr stark, die Umsätze sind spürbar zurück gegangen.“ Es sei jedoch positiv, dass die Händler ihre Geschäfte überhaupt öffnen dürfen. Auch von Bohlen sagt: „Die Hygienemaßnahmen werden von den Kunden gut angenommen. Die Abstandsregeln und das Tragen von Atemschutzmasken werden befolgt.“ Dies habe auch die Stadtverwaltung bestätigt. „Insgesamt werden die Maßnahmen in den Geschäften weitestgehend vorbildlich umgesetzt.“

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