Corona-Krise belastet Unternehmen: Hilfe durch Workshops

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Soforthilfe, Überbrückungshilfe – und dann? Viele Unternehmer machen sich Sorgen über die nahe Zukunft. Die Wirtschaftsförderung Kreis Unna bietet jetzt Krisen-Workshops an.

Lünen

, 15.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch die Berater der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna (WFG) sehen mit Sorge auf die kommenden Monate. „Manche hilfreiche Unterstützungsangebote laufen jetzt aus und es gibt auch Unternehmen, auf die bisher kein Zuschussprogramm gepasst hat. Diese können in der zweiten Jahreshälfte in arge Bedrängnis bis hin zur Insolvenz geraten“, so Wirtschaftsförderin Sabine Radig. Die WFG bietet daher kostenlose Krisen-Workshops an, heißt es in einer Presseerklärung.

Schwierig werde es zum Beispiel für die Unternehmen, die bisher noch bestehende Aufträge abgearbeitet haben. Sie stehen in der Bilanz noch so gut da, dass sie weder Sofort- noch Überbrückungshilfe beantragen konnten. Nun aber kommen diese Firmen aufgrund der weltweiten Einschränkungen kaum noch an neue Aufträge. Auch sie sind von enormen Verlusten und Kurzarbeit bedroht. Ob es im Herbst eine Weiterführung oder Neuauflage von Hilfsprogrammen geben wird, sei fraglich.

Problem der gestundeten Sozialbeiträge

Ein großes Problem seien zudem die gestundeten Sozialbeiträge. Die Stundung war noch bis Juni in einem vereinfachten Verfahren möglich. Ab Juli müssen die Betriebe, so sie eine weitere Stundung anstreben, dies mit den jeweiligen Krankenkassen individuell aushandeln. „Außerdem muss man bedenken, dass die Beiträge nur gestundet werden, also auf jeden Fall nachgezahlt werden müssen“, erläutert Radig.

Sabine Radig, Anica Althoff und Jan Dettweiler (v. l.) vom Krisenteam der WFG stehen hilfesuchenden Unternehmen und Selbstständigen aus dem Kreis Unna mit Rat und Tat zur Seite.

Sabine Radig, Anica Althoff und Jan Dettweiler (v. l.) vom Krisenteam der WFG stehen hilfesuchenden Unternehmen und Selbstständigen aus dem Kreis Unna mit Rat und Tat zur Seite. © WFG Kreis Unna

Der 30. September könnte für manche entscheidend sein. Dann läuft die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht aus. Bisher waren Betriebe, die aufgrund der Corona-Pandemie derart in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren, dass sie eigentlich Insolvenz hätten anmelden müssen, davon befreit. Doch Corona ist immer noch präsent, eine Verlängerung der Aussetzung aber bisher nicht vorgesehen. Es droht eine Insolvenzwelle.

Krisen-Workshop auch digital

Um reagieren zu können, bietet die WFG ab sofort individuelle Krisen-Workshops für Unternehmen an. „Darin arbeiten wir die Stärken der Unternehmen heraus und hinterfragen das bestehende Geschäftsmodell, die bisherigen Prozesse und Geschäftsfelder“, erläutert Anica Althoff von der WFG. Kreativ geht es daran anknüpfend in einen strukturierten Prozess zur Entwicklung von Alternativen zu Geschäftsmodell und Geschäftsidee. Der Krisenworkshop kann sowohl im persönlichen Kontakt genau wie digital stattfinden.

Den Teilnehmern werden je nach Fall passende Fördermittel aber auch Kreditmöglichkeiten aufgezeigt. Zudem verfüge die Wirtschaftsförderung über ein Netzwerk von regionalen Unternehmen und könne auch gegebenenfalls passende Kooperationspartner vermitteln.

Das Krisentelefon der WFG Kreis Unna ist auch weiterhin für Unternehmen aus dem Kreis Unna unter Tel. (02303) 27-1690 erreichbar. Dort erhalten Interessierte Unternehmen zudem Informationen zu den Workshops.
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