Corona-Krise in Lünen: Mehr Arbeitslose, Frühjahrsboom bleibt aus

Arbeitsmarkt

Kurzarbeit, Einstellungsstopps, schwierige Auftragslagen: Während sonst der Mai für einen Boom auf dem Arbeitsmarkt sorgt, steigt die Arbeitslosigkeit in Lünen an. Schuld ist wohl Corona.

Lünen

, 03.06.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Arbeitslosenquote steigt in Lünen im Mai weiter an.

Die Arbeitslosenquote steigt in Lünen im Mai weiter an. © Foto: Fröhling

Von der in anderen Jahren - ohne Corona - üblichen jahreszeitlich bedingten Belebung des Arbeitsmarktes war auch im Mai wenig zu spüren: Der Arbeitsmarkt im Kreis Unna und auch in Lünen steht weiterhin im Zeichen von Corona. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit steigen erneut, während die Arbeitslosen-Zuwachsraten abgeflacht sind. Immerhin: „Für eine Entwarnung ist es noch zu früh, aber im Mai fiel der Corona-Effekt auf dem Arbeitsmarkt schon deutlich schwächer aus als noch im April, zum Teil sogar schon mit ersten positiven Tendenzen“, beschreibt Thomas Helm, Chef der Arbeitsagentur Hamm, die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna.

„Insbesondere auf der Stellenseite gibt es Grund zum Optimismus, denn die Anzahl an neuen Stellen legt mit über 480 kräftig zu“, so Helm weiter. Nach wie vor führten aber sinkende Möglichkeiten, Arbeitslosigkeit zu beenden, zu einem wesentlich höheren Bestand an arbeitslosen Menschen im Kreis, im Vergleich zum Vormonat habe dieser um knapp fünf Prozent zugelegt. „Aber auch hier zeigt sich, dass die Sprünge nicht mehr so stark ausfallen wie vor einem Monat“, sagt Thomas Helm.

Quote in Lünen deutlich höher als im Kreis

Wie sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten entwickelt, hänge laut Agenturleiter eng mit der weltwirtschaftlichen Lage und damit zusammen, ob die eingeführten Lockerungen dauerhaft seien und jetzt schrittweise ausgeweitet würden. Im besten Fall nehmen die Unternehmen ihre Betriebstätigkeit wieder im vollen Umfang auf und stellen dementsprechend Personal ein.

Im Kreis Unna gab es im Mai 2020 16.710 Arbeitslose und damit um knapp 5 Prozent mehr als im April und knapp 16 Prozent mehr als im Mai 2019. Die Quote liegt mit 7,8 Prozent deutlich niedriger als in in Lünen. Hier sind im 10,5 Prozent (4844 Menschen) arbeitslos gewesen. Im Vormonat April waren es noch 10,1 Prozent (4634) und im Mai 2019 9,7 Prozent (4417 Menschen). Zu dieser Zeit lag die Arbeitslosenquote im Kreis Unna bei 6,8 Prozent.

Dabei sind momentan in Lünen mehr Männer (2735) als Frauen (2109) von Arbeitslosigkeit betroffen. Während im vergangenen Jahr knapp 360 Männer mehr arbeitslos waren als Frauen, hat sich die Lücke nun fast verdoppelt: Im April 2020 gab es 626 arbeitslose Männer mehr als Frauen, im Mai 622.

Anstieg der „Unterbeschäftigten“

Insbesondere die Zahl der so genannten Unterbeschäftigten, also Menschen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an einer der „Maßnahmen“ der Arbeitsämter und Jobcenter teilnehmen, ist merklich angestiegen: Im Kreis Unna von 73,7 Prozent (19.567) im Mai 2019 auf 79 Prozent (21.155) im Mai 2020.

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