Corona-Krise: Lockerungen verantwortungsvoll und mit Augenmaß genießen

mlzMeinung am Mittwoch

Corona beschert harte Zeiten. Um so wichtiger ist es, die zeitlich begrenzten Einschränkungen ernst zu nehmen. Dass dagegen protestiert wird, ohne Regeln zu beachten, ist nicht zu verstehen.

von Maren Feldmann

Lünen

, 13.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir alle machen eine sehr harte Zeit durch, medizinisch, sozial, politisch und viele vor allem auch wirtschaftlich! Es war und ist definitiv richtig und wichtig, auf Abstand zu gehen und das öffentliche Leben zu reduzieren, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Allerdings werden viele Unternehmen diese Krise nicht überstehen. Der Einzelhandel, die Gastronomie, die Tourismusbranche und viele andere Branchen mussten durch den Lockdown in den vergangenen Wochen ohne Kunden, ohne Gäste und damit schlichtweg ohne Umsatz auskommen.

Gastautorin Maren Feldmann.

Gastautorin Maren Feldmann. © Quiring-Lategahn

Gastautorin Maren Feldmann ist Geschäftsführerin von Küchen Schmidt.

Staatliche Hilfsprogramme wurden schnell auf den Weg gebracht und bearbeitet. Und auch in Lünen hat sich einiges getan. Die Gutscheinaktion für die Gastronomen wurde sehr gut angenommen und nicht nur mit diesem Projekt haben die Lüner gezeigt, dass sie durchaus solidarisch sein können und ihnen die Stadt mit ihren Restaurants und dem Einzelhandel am Herzen liegt.

Einkaufserlebnis mit Gastronomie

Sind Sie mal durch die Lüner City gelaufen, als die Geschäfte noch geschlossen waren? Obwohl Imbissverkauf und ähnliches noch möglich war, waren auch diese Läden größtenteils zu. Die Verbindung von Gastronomie und Einzelhandel, vom „Erlebnis“ des Shoppens in der Stadt, verbunden mit einem Eis, einem Kaffee oder einem Erfrischungsgetränk ist mehr als deutlich geworden.

Ich bin absolut der Meinung, dass die Öffnung der Geschäfte und die bevorstehende Öffnung der Gastronomie sowohl wirtschaftlich als auch sozial ungemein wichtig sind. Aber jeder einzelne ist auch aufgerufen, diese Freiheiten mit Augenmaß zu genießen. Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln, Mundschutz usw. verbunden mit dem nötigen Maß an Solidarität, besonders den gefährdeten Mitmenschen gegenüber, sind das Gebot der Stunde.

Kein Verständnis habe ich für die Demonstrationen gegen Coronaschutzmaßnahmen. Natürlich ist es richtig, für die Wahrung unserer Grundrechte einzustehen. Das Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren lehrt uns, wie wichtig diese freiheitlichen Errungenschaften sind. Aber diejenigen, die bei diesen Demos absichtlich die Abstandsregeln umgehen, keinen Mundschutz tragen und dabei noch ihre Kinder mitnehmen, haben absolut nicht verstanden, worum es hier geht. Denn diese Dinge sind zeitlich nur eingeschränkt, nicht abgeschafft. Die Einschränkungen dienen der Solidarität der Gesellschaft insgesamt. Damit sie bald vorbei sind, heißt es: diszipliniert bleiben.

Abschließend möchte ich auf die fehlenden Kontakte mit unseren älteren Mitmenschen eingehen. Es gibt so viele Gelegenheiten, ihnen Anerkennung und Zuneigung zu zeigen. Beispielsweise so: Lieber Schwiegervater Günter, alles Liebe und Gute zu Deinem heutigen 84. Geburtstag! Fühl Dich gedrückt und bleib gesund!

An dieser Stellen schreiben jeden Mittwoch im Wechsel unsere Gastautoren. Es sind:
  • Kira Engel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen
  • Maren Feldmann, Geschäftsführerin Küchen Schmidt
  • Marie Hirschberg, Studentin, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Kultur der Stadt Lünen
  • Heinz Werner Kleine, Chemielaborant und Kunstsammler
  • Björn Schreiter, Architekt
  • Kevin TIgges, Studienreferendar und Akteur bei „Abgedreht! Filmcrew“
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