Corona-Krise: Stadtwerke Lünen drehen säumigen Kunden nicht den Strom ab

mlzStadtwerke Lünen

Das Kontaktverbot in Nordrhein-Westfalen verändert das Leben. Diese Veränderungen haben wiederum Auswirkungen auf den Energie-Verbrauch. Wer nicht zahlen kann, kann auf Nachsicht zählen.

Lünen

, 05.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer seine Rechnungen nicht bezahlt, dem drehen die Stadtwerke irgendwann den Strom, das Gas oder die Wasser-Versorgung ab. Nicht so in der Corona-Krise, die die finanzielle Situation vieler Menschen erschwert.

Fast alle Versorger deutschlandweit haben sich dazu entschlossen, in solchen Fällen Nachsicht zu üben. Zuvor war auch der Druck aus der Politik in diese Richtung gewachsen. Auch die Lüner Stadtwerke stellen momentan niemandem die Versorgung ab, bestätigt Sprecherin Jasmin Teuteberg.

Der Tagesspiegel zitiert dazu den Hauptgeschäftsführer des Stadtwerkeverbandes VKU, Michael Wübbels: Aus VKU-Sicht sei es ein angemessenes Verhalten, „dass die kommunalen Unternehmen gerade in Zeiten einer Pandemie ihre Dienstleistungen der Daseinsvorsorge den Bürgerinnen und Bürgern ohne Unterbrechung zur Verfügung stellen.“

Das ist aber nicht die einzige Auswirkung, die die Corona-Krise auf die Lüner Stadtwerke hat. Schulen sind geschlossen, Unternehmen in Kurzarbeit, Veranstaltungen sind verboten und wer kann, soll eben zu Hause bleiben. Das ganze beeinflusst den Strom-, Gas- und Wasserverbrauch der Lüner, wie die Stadtwerke in Lünen auf Anfrage bestätigen. Sie haben einen Blick auf die Verbrauchsdaten vom 16. bis 29. März geworfen - und die mit denen des Vorjahres verglichen.

Strom-Verbrauch:

Wer dachte, dass der Verbrauch insgesamt steigt, weil die Menschen mehr zu Hause sind, irrt. „In der Stromversorgung ist die Gesamtnetzlast in den letzten beiden Wochen um circa 10 Prozent gefallen“, berichtet Jasmin Teuteberg, Sprecherin der Stadtwerke. Dabei gebe es aber gegenläufige Entwicklungen.

Im Haushalts- und Kleingewerbe-Bereich sei der Verbrauch in der Tat gestiegen, was unter anderem an den kalten Temperaturen und Nachtspeicherheizungen liegt. „Der Verbrauch im Industrie- und Gewerbebereich ist hingegen stark rückläufig.“

Gas-Verbrauch:

Auch hier machen sich die niedrigen Temperaturen bemerkbar: Die Menschen heizen mehr - möglicherweise umso mehr, weil sie größere Teile des Tages zu Hause verbringen. „Der Prozessgasbereich dürfte stark rückläufig sein“, vermutet Teuteberg, genaue Zahlen gebe es dazu nicht. Gemeint sind Gase, die industriell genutzt werden.

Wasser-Verbrauch:

Hier sei der Verbrauch leicht um rund 4 Prozent gestiegen, sagt Teuteberg. Eine mögliche Erklärung sei, dass Menschen, die eigentlich außerhalb Lünens arbeiteten, jetzt - in Zeiten der Corona-Krise - in größerem Maße zu Hause bleiben. „Auch durch nicht stattfindende Urlaube sind mehr Menschen zuhause geblieben“, sagt Teuteberg, „häusliche Tätigkeiten“ wie etwa waschen fänden vermehrt statt.

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