Corona-Krise war Auslöser: Pfarrer Bülskämper offiziell im Ruhestand

Auf eigenen Wunsch

Mit 83 Jahren ist Pfarrer Bernhard Bülskämper offiziell im Ruhestand. Auslöser war die Corona-Krise. Der Geistliche hat nun Zeit für die Malerei, aber auch noch einige Pläne.

Nordlünen

, 16.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pfarrer Bernhard Bülskämper ist mit 83 Jahren offiziell im Ruhestand. Jetzt findet er wieder Zeit zu malen. Auf der Leinwand hat er die Schönheit seines Gartens festgehalten.

Pfarrer Bernhard Bülskämper ist mit 83 Jahren offiziell im Ruhestand. Jetzt findet er wieder Zeit zu malen. Auf der Leinwand hat er die Schönheit seines Gartens festgehalten. © Quiring-Lategahn

Ein Strandkorb inmitten eines Gartens. Das Bild strahlt Idylle und Ruhe aus. Bernhard Bülskämper, ehemals Pfarrer von St. Gottfried und St. Norbert, liebt Gartengestaltung und hat die Malerei wieder entdeckt. Mit Pinsel und Farbe hält er auf der Leinwand einen Blick in seinen Garten fest. Muße für sein Hobby findet der 83-Jährige inzwischen, denn Bischof Dr. Felix Genn hat ihn auf seinen Wunsch hin zum 1. Juni offiziell in den Ruhestand versetzt.

Den Ausschlag dazu gab die Corona-Krise. Mit einem Schlag konnten plötzlich keine Messen mehr gefeiert werden, auch Besuche in den Senioreneinrichtungen waren nicht mehr möglich. Bernhard Bülskämper vermisst zwar die Begegnung mit den Menschen, doch er hat in dieser Phase auch eine Entlastung gespürt. Denn der emeritierter Pfarrer feiert seit zehn Jahren Gottesdienste im Altenzentrum St. Norbert, dem Coldinne-Stift und im Betreuten Wohnen an der Gertrud-Bäumer-Straße. Auch im Priesternotdienst im St. Marien-Hospital hat er sich engagiert.

Trost und Kraft spenden

Den Menschen Trost, Kraft und Bestärkung zu geben, das ist ihm besonders wichtig. Kernsatz der biblischen Botschaft sei für ihn der Vers: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und sie sollen es in Fülle haben.“ Der Geistliche will sich auch künftig einbringen, aber ohne feste Verpflichtung.

55 Jahre war er im Priesterdienst in nur drei Städten tätig. 20 Jahre davon in Lünen. Dorthin sei er auf „abenteuerliche Weise“ gekommen, berichtet Bülskämper. Vorher arbeitete er 30 Jahre hauptberuflich im Schuldienst am Comenius-Gymnasium in Datteln. Zugleich betreute Bülskämper die kleine Bergarbeiter-Gemeinde St. Marien Dümmer. Die Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen nennt er im Rückblick eine der „großen Gnaden“ meines Lebens. Sie habe ihn geprägt. Dass fünf seiner ehemaligen Schüler Priester geworden sind, das „freut mich doch“.

Auf abenteuerliche Weise nach Lünen

Zurück ins Jahr 1998 und seinem abenteuerlichen Weg nach Lünen. Plötzlich erreicht ihn die Anfrage, ob er nicht Hans Cornelsen, Pfarrer in St. Gottfried in Wethmar, während dessen zwei Jahren Sabbatzeit vertreten wollte? Nach ein paar schlaflosen Nächten und einer inoffiziellen Besprechung mit dem Bischof, fiel innerhalb weniger Tage die Entscheidung. Bülskämper kam nach Wethmar. Er lebte sich ein, es gefiel ihm in der Lippestadt. Nach zwei Jahren trat er dann die Nachfolge von Pfarrer Klaus Hageböck in St. Norbert an, bis zur Fusion der Großgemeinde St. Marien in 2009.

In seinem Bücherregal stehen Werke des Philosophen Richard David Precht. Talk-Shows mit ihm verfolgt er auch auf Youtube. Bülskämper ist ein vielseitig interessierter Mensch. Innerkirchlich ist er Mitglied im „Freckenhorster Kreis“, einer Reformbewegung im Bistum.

Torschütze im Fußball

Als Fußball spielender Pfarrer machte er bis zu seinem 37. Lebensjahr von sich reden. Für die DJK Eintracht Datteln schoss er so manches Tor. Der Fan von Preußen Münster verfolgt viele Spiele.

Ein wenig bedauert Bülskämper, zu wenig von der Welt gesehen zu haben. Er stammt aus Ottmarsbochholt, einem heutigen Ortsteil von Senden, und studierte in Münster und München. Als bodenständig bezeichnet er sich. Radtouren führten ihn innerhalb Deutschlands von der Nordsee zu den Alpen. Radfahren will er auch in seinem Urlaub an der Müritz in drei Wochen. Inzwischen ist Bernhard Bülskämper aber mit einem E-Bike unterwegs.

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