Wie setzen Kitas in Lünen die Corona-Empfehlungen um?

mlzKindertagesstätte

Kindertagesstätten im Kreis Unna sind noch im Normalbetrieb. Wegen der steigenden Corona-Fälle gibt es aber eine Empfehlung. Die Umsetzung ist in Lünen aber nicht vollständig zu gewährleisten.

Lünen

, 17.10.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die zweite Welle ist voll da. Die Fallzahlen steigen täglich und entsprechend reagieren die Länder, Städte und Kreise. Auch der Kreis Unna, derzeit Risikogebiet, hat einen Erlass herausgegeben. Für die Kindertageseinrichtungen hat der Kreis jedoch zunächst nur eine Empfehlung aufgestellt.

„In Kindertageseinrichtungen wird dringend empfohlen, die Kinder möglichst in festen Bezugsgruppen über die gesamte Zeit – auch während des freien Spiels im Außenbereich und während der Mittagsverpflegung – zu betreuen. Die vorstehende Regelung gilt auch für Betreuungsangebote in den Herbstferien“, heißt es in der Bekanntmachung vom 14. Oktober.

Viele Kitas haben offene Gruppenkonzepte

Zum Hintergrund: Viele der derzeitigen Kita-Konzepte sehen offene Gruppen vor, in denen Kinder sich selbst aussuchen dürfen, in welchen Gruppen sie spielen wollen. Die einzelnen Räume sind Themenräume wie etwa Kreativ- oder Spielräume. Die Erzieher sind dabei stets Ansprechpartner für die Kinder und können sich dabei individuell um Kinder kümmern. Gleichzeitig ist die personelle Auslastung aus Sicht der Einrichtung vorteilhaft.

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Die Empfehlung umzusetzen bedeutet also, auf das geschlossene Kita-Konzept umzusteigen. Es gibt feste Gruppen und zwei Erzieher, die die Gruppe leiten. Das heißt, dass entsprechend Personal verfügbar sein muss, um die umfassende Betreuung zu gewährleisten.

Eine Herausforderung für alle Kita-Träger. „Wir tun in den städtischen Kitas alles, um diese Empfehlung so weit wie möglich umzusetzen und die Kinder durchgehend in festen Bezugsgruppen zu betreuen“, sagt Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen.

Abläufe in den Einrichtungen angepasst

Um die Empfehlung umzusetzen, habe man etwa die Abläufe beim Mittagsessen überprüft und angepasst. Doch nicht immer sei die Betreuung in festen Bezugsgruppen möglich. Gerade am Morgen und am Nachmittag – also zu den Randzeiten – könne man die Empfehlung nicht vollständig umsetzen, so Spangardt. Dafür sei zu wenig Personal vorhanden.

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Entsprechend wäre eine vollständige Umsetzung der Empfehlung nur dann möglich, wenn der Regelbetrieb wieder eingeschränkt würde. „Das würde aber bedeuten, dass die Betreuungszeiten verkürzt würden. Das wollen wir ausdrücklich nicht“, sagt Spangardt.

Verkürzung der Betreuungszeiten würde Nachteile bringen

Eine Verkürzung der Betreuungszeiten gab es schon einmal, nachdem die Kitas nach der Notfallbetreuung wieder für alle geöffnet hatten. Ein Nachteil für Eltern, die auf längere Betreuungszeiten angewiesen sind.

„Es ist uns wichtig, dass die Entscheidung für die Eltern transparent und nachvollziehbar ist, denn sie bedeutet eben auch, dass eine strikte Trennung in den Randzeiten nicht immer gewährleistet werden kann“, so Spangardt.

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