Corona zum Trotz: Schulze Wethmar freut sich über Helfer für die Spargelernte

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Vor kurzem war die Stimmung von Vitus Schulze Wethmar sorgenvoll: Spargelernte ohne Saisonarbeiter? Jetzt sind die Grenzen wegen Corona endgültig dicht - und doch hat er Grund zur Freude.

Wethmar

, 30.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun sind die Grenzen auch für Saisonarbeiter wegen des Coronavirus endgültig dicht. Nach einigem Durcheinander an den Grenzen nun der endgültige Stopp durch die Verfügung der Bundesregierung.

Vitus Schulze Wethmar war schon seit vielen Tagen damit beschäftigt, eine Lösung dafür zu finden, wie er seinen Spargel von den Feldern bekommt. Denn schon vor Tagen war es fast unmöglich für die Saisonarbeiter, die seit Jahren nach Lünen kommen, nach Deutschland auszureisen.

Schulze Wethmar probierte alles: Er suchte Hilfskräfte aus der Umgebung und buchte für den vergangenen Montag Flüge für seine Saisonarbeiter aus Rumänien, in der Hoffnung, dass sie wirklich fliegen können und auch einreisen dürfen.

Der Mut hat sich für ihn gelohnt: Immerhin acht Stammkräfte aus Rumänien sind bei ihm in Wethmar inzwischen eingetroffen. Zwar viel weniger als üblich, aber die Stimmung auf dem Hof ist schlagartig eine andere. Denn hinzu kommt: „Wir haben viele nette, fleißige Helfer aus Lünen und Umgebung quer durch alle Bevölkerungsschichten gefunden“, erzählt der Biobauer, der inzwischen wieder viel Zuversicht und auch Gelassenheit ausstrahlt: „Gemeinsam werden wir das wuppen“, sagt er. Und: „Was man dann nicht schafft, schaffen wir halt dieses Mal nicht.“

Landwirtschaftsverband: Ausfall ist nicht so ohne weiteres zu kompensieren

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband hat das Einreiseverbot für ausländische Saisonkräfte inzwischen als eine „riesige Herausforderung für alle heimischen Gemüse-und Sonderkulturbetriebe“ bezeichnet. Durch die Entscheidung des Bundesinnenministers, die Einreise von ausländischen Saisonarbeitskräften aus Drittstaaten ab Mittwoch, 25. März, 17 Uhr vollständig zu verbieten, fehlten die Arbeitskräfte auf den Höfen. „Diese Nichtplanbarkeit ist für die Höfe ein enormes Problem“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) Hans-Heinrich Wortmann. „Nach den Bestrebungen Saisonarbeitskräfte mit Sondergenehmigung ins Land zu lassen, sind die Grenzen jetzt doch kurzfristig wieder dicht“, sagt er.

Obwohl die heimischen Spargel-, Erdbeer- Obst- und Gemüsebetriebe sich sehr über das Angebot vieler Menschen freuten, die durch die fehlenden Saisonarbeitskräfte entstandenen Lücken schließen zu wollen, würden die ausbleibenden osteuropäischen Arbeitskräfte massiv fehlen. Der Ausfall erfahrener und eingearbeiteter Kräfte in so großer Zahl lasse sich nicht ohne Weiteres folgenlos ausgleichen. Viele osteuropäische Arbeitskräfte kämen seit Jahren auf „ihre“ Höfe: „Sie kennen die Arbeitsabläufe, arbeiten Vollzeit und stehen in der gesamten Saison zur Verfügung“, erläutert Wortmann.

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