Coronavirus: Ein Lüner Quarantäne-Tagebuch - Tag 4: Dank an die Freunde

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Coronavirus, das bedeutet für viele Lüner auch Quarantäne. Wie ist das, wenn man abgeschottet lebt? Autorin Marie Hirschberg (19) führt täglich Tagebuch. Tag 4: Vorfreude auf Normalität.

von Marie Hirschberg

Lünen

, 29.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich würde ich Samstagsabends mit meinen Freunden etwas unternehmen oder vielleicht abends auch zusammen einen Film schauen und lachen. Da ich nicht raus darf und es aktuell ja auch für die anderen nicht möglich ist, haben wir uns heute per Sykpe verabredet.

Und es macht super viel Spaß, es tut gut, ihre Stimmen zu hören und gemeinsam zu lachen. So fühlt man sich den Freunden doch ein wenig näher. Zusammen lachen und Spaß haben ist das Beste, was man aus der Situation schöpfen kann, und gemeinsam haben wir bereits viele Pläne geschmiedet, was wir alles unternehmen, sobald die Normalität wiederkehrt. Konzerte, in den Zoo oder in den Freizeitpark zu fahren, sind nur drei unserer gemeinsamen Pläne.

In den Urlaub zu fahren, ist momentan ja nicht möglich und auch meine Eltern, die im Mai nach Kos fliegen wollen, haben mittlerweile ein bisschen Angst um ihren herbeigesehnten Urlaub. So geht es leider vielen. Es sind Tage, auf die man sich besonders gefreut hat und die für viele das Ziel des Jahres darstellen. Ich hoffe sehr, dass meine Eltern vielleicht Glück haben und in Mai in ihren Urlaub starten können, auch wenn es unrealistisch erscheint. Ich hoffe, dass spätestens im September das Reisen uneingeschränkt wieder möglich ist, da soll es für eine Freundin und mich nach Paris gehen. Ich drücke allen anderen und mir selbst die Daumen.

Heute Morgen bekamen wir Pakete von der Post zugestellt, es war schon komisch durchs Fenster zu rufen, dass der Paketzusteller viele Schritte nach Hinten gehen soll. Seine Blicke, als wir mit Handschuhen und Mundschutz die Tür öffneten waren genial. Mein Vater und ich wussten nicht ob wir lachen sollten, weil er so geschockt aussah, oder traurig, weil er sichtliche Panik vor uns hatte. Ich wollte ihm am liebsten sagen, dass wir nicht erkrankt sind, aber so schnell wie er zurück in seinen Wagen geflüchtet war und sich die Hände desinfiziert hatte, konnten wir nicht reagieren. Komische Welt. Aber aktuell der Alltag bei vielen.

Auf diesem Wege auch vielen Dank für die positiven Reaktionen. Ich freue mich sehr darüber. Und was ich noch viel besser finde, danke, dass wir nicht behandelt werden wie Außenseiter, ihr seid alle für uns da! Großes Lob!

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