Das DRK schließt seine Kleiderkammer in der Lüner Innenstadt - Nachfolge noch unklar

Geld und Helfer fehlen

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) teilt mit, dass die Kleiderkammer in der Lüner Innenstadt (Mersch) geschlossen wird. Die Gründe, so der DRK-Vorstand seien vielfältig.

Lünen

09.03.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stefanie Zimmer, Matthias Stiller und Gisela Wohlgemuth (v.l.) im Jahr 2017 in der DRK-Kleiderkammer.

Stefanie Zimmer, Matthias Stiller und Gisela Wohlgemuth (v.l.) im Jahr 2017 in der DRK-Kleiderkammer. © Blandowski (A)

Nach drei Jahren ehrenamtlicher Arbeit schließt das DRK Lünen die Kleiderkammer an der Mersch. Die Kleiderkammer wurde in der Hochphase des Zuzugs von Flüchtlingen im Februar 2016 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt bestand ein großer Bedarf; oft kamen die Flüchtlinge nur mit dem Nötigsten an.

So wurden in 2016 auch über 100.000 Kleidungsstücke verteilt. Im Laufe der Jahre veränderte sich die Zielgruppe und so richtete das DRK sein Augenmerk neben den Flüchtlingen auf bedürftige Lüner Bürger und wohnungslose Mitbürger.

Spendenbereitschaft nimmt seit Jahren ab

„Leider können wir das Angebot der Kleiderkammer nicht mehr aufrechterhalten“, sagt Matthias Stiller, Vorstand des DRK in Lünen. „Wir wollten den Winter abwarten, um dann Resümee zu ziehen“, so Stiller weiter.

Die Gründe für die Schließung sind vielfältig. Zum einen wurde der Betrieb der Kleiderkammer aufgrund laufender Betriebskosten rein durch Spenden finanziert. Die Spendenbereitschaft nahm in den vergangenen Jahren stets ab.

Zum anderen konnte die Kleiderkammer nur mit ehrenamtlichem Personal betrieben werden.

Ehrenamtliche stehen nicht mehr zur Verfügung

Die zwei ehrenamtlichen Helfer, die die Säulen der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort darstellten, mussten nun die ehrenamtliche Arbeit berufsbedingt einschränken. „Wir sind dankbar, dass uns so viele ehrenamtliche Kräfte in den letzten Jahren bei der Arbeit in der Kleiderkammer unterstützt haben“, sagt Gisela Wohlgemuth, Kreisrotkreuzleiterin und Sprecherin der Ehrenamtlichen beim Roten Kreuz.

„Die Kleiderkammer war für uns ein großer Erfolg und wir wollen diesen Erfolg abschließend feiern“, so Wohlgemuth weiter. Daher öffnet die Kleiderkammer letztmalig am 23. März von 12 bis 16 Uhr ihre Pforten. Bedürftige dürfen dann noch einmal so viel Kleidung, wie sie wollen mitnehmen. Das DRK würde sich freuen, wenn auch viele ehemalige ehrenamtliche Helfer zur letzten Öffnung kommen würden.

Wohnungssuchende in den kalten Monaten unterstützen

„Als DRK wollen wir aber auch zukünftig unsere Aufgabe wahrnehmen und den besonders Bedürftigen weiterhin helfen“, berichtet Wohlgemuth. Daher wurden Schlafsäcke und warme Winterkleidung bereits eingelagert, um im nächsten Winter erneut Wohnungssuchende in den kalten Monaten zu unterstützen. Dieses Projekt wird dann an der DRK-Hauptstelle am Spormeckerplatz 1a stattfinden. Ob es nochmals eine kleinere Version einer Kleiderkammer geben wird, ist derzeit noch unklar. Derzeit würden mögliche alternative Konzepte überprüft.

Kleiderladen bleibt bestehen

Das DRK bittet darum, keine Kleidung mehr an der Kleiderkammer an der Mersch abzugeben. Altkleidung kann weiterhin bei den aufgestellten DRK-Kleidercontainern eingeworfen werden, da diese regelmäßig geleert werden. Daneben nimmt auch der DRK-Kleiderladen in der Marktstraße 18 a in kleinen Mengen hochwertige, gewaschene Kleidung an.

Was aus der Immobilie in der Mersch wird, ist noch unklar: „Das wissen wir noch nicht, wir haben bis zuletzt gehofft, dass das DRK dort bleiben kann, das war unser Wunsch“, sagt Andreas Zaremba, Vorstandsvorsitzender des Bauvereins zu Lünen. Dem gehört das Gebäude. „Wir gucken jetzt, was wir dort platzieren können, gehen das aber entspannt an“, sagt er.

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