Erst Trianel-Hafen, jetzt Datteln 4: Klimaaktivisten besetzen Kohlekraftwerk

Kohlestrom

Aktivisten von „Ende Gelände“ haben Sonntag das Kohlekraftwerk Datteln 4 besetzt. Laut Polizei befinden sich rund 120 Menschen auf dem Gelände. Sie protestieren gegen den geplanten Betrieb.

Datteln

, 02.02.2020, 10:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aktivisten haben einen Förderbagger auf dem Gelände des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 besetzt.

Aktivisten haben einen Förderbagger auf dem Gelände des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 besetzt. © dpa

Das Kraftwerk Datteln 4 ist Sonntagmorgen (2. Februar) von Aktivisten von „Ende Gelände“ und „Decoalonize Europe“ besetzt worden.

Die Polizei spricht in einer Pressemeldung von rund 120 Personen auf dem Gelände des Kohlekraftwerks. Die Aktivisten sollen sich durch ein aufgebrochenes Tor Zugang verschafft haben.

Protest gegen Kohle-Gesetz

Laut einer Mitteilung von „Ende Gelände“ wolle man mit der Aktion gegen das Kohle-Gesetz der Bundesregierung protestieren. Es sieht vor, dass Datteln 4 noch in diesem Sommer ans Netz gehen soll.

Die Kohlekommission der Bundesregierung hatte Anfang 2019 geraten, Datteln 4 nicht in Betrieb zu nehmen. Die Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Betreiber Uniper führten zu einem anderen Ergebnis.

„Das Kohle-Gesetz ist ein Desaster“, teilt Kathrin Henneberger, Sprecherin von „Ende Gelände“, mit. „Wir können unmöglich 18 Jahre weiter Kohle verbrennen. Wenn wir nicht sofort aus allen fossilen Energien aussteigen, rasen wir ungebremst auf eine vier bis sechs Grad heißere Welt zu. Datteln 4 wäre der finale Sargnagel für Klimagerechtigkeit.“

Am Mittag soll es eine Pressekonferenz der Aktivisten vor dem Kraftwerk in Datteln geben.

Im Oktober hatten sich Aktivisten von „Decoalonize Europe“ Zutritt auf das Microca-Gelände an der Frydagstraße in Lünen verschafft. Auch dort demonstrierten sie gegen Kohle und Kraftwerke.

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