Die Diskussion um den Kleinbecker Park geht weiter - doch warum eigentlich?

mlzJetzt mal unter uns

Der Eigentümer hat Pläne mit dem Kleinbecker Park, und viele Bürger haben Vorstellungen darüber, was sie nicht wollen. Dabei wäre die Abholzung kein schlechter Deal, findet unsere Autorin.

Lünen

, 24.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grüne Bäume binden CO2, ich glaube das weiß mittlerweile wirklich jeder. Im Fall des Kleinbecker Parks nimmt der Streit um die 4583 Quadratmeter große Fläche, auf der viele alte und vor allem CO2-bindende Bäume stehen, langsam aber sicher absurde Ausmaße an. Ich bin ein ziemlich ruhiger Mensch, und zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört es tatsächlich, mit den Familienhunden durch den Wald spazieren zu gehen.

Wohnungssuche ist schwierig

Ich weiß aber auch, wie schwierig es ist, eine geeignete Wohnung zu finden, die allen Wünschen entspricht. Und seien wir ehrlich, alle Wünsche erfüllt eine Wohnung meist nicht, oder sie ist schlichtweg nicht bezahlbar. Nach langfristiger Suche habe ich es tatsächlich geschafft, eine Wohnung zu finden, in Lünen. Sie ist groß, hell und liegt nicht allzuweit von meinem Elternhaus entfernt, damit ich weiterhin mit den Hunden dort spazieren gehen kann.

Das Dilemma der Wohnungssuche kennen viele. Denn nicht umsonst wird in Lünen nach mehr Wohnraum geschrien. Aus diesem Grund wurde 2018 der Masterplan Wohnen beschlossen. Dieser kommt dem Bedarf an Einfamilienhausbau und Geschosswohnungsbau nach.

Da die Stadt und auch der Eigentümer, Harpen Immobilien, im Kleinbecker Park gerne in Kooperation mit der WBG bauen würden, um eben dem Wohnraummangel entgegen zu wirken, was offentsichtlich nebenbei auch noch weitaus lukrativer ist, als die Verkehrssicherung und die Pflege eines kleinen „Wäldchens“, lehnen sich verständlicherweise einige Bürger dagegen auf. Allerdings ist der Entwurf für die geplante Bebauung dort ein Kompromiss, auch wenn dieser nicht vollkommen zufriedenstellend ist.

Ein Hin und Her der Stimmen

Bei all dem Hin und Her frage ich mich aber: Ratssitzungen, Bürgerversammlungen, Menschenketten und Unterschriften-Aktionen, wer profitiert denn bisher von dem langwierigen Prozess bis zur endgültigen Entscheidung? In meinen Augen hat bis jetzt nur der Gutachter gewonnen. Er wurde dafür bezahlt, seine professionelle Meinung über den Zustand eines kleinen Baumbestandes abzugeben, der wie es aussieht so oder so weichen wird. Wäre es nicht sinnvoller, den Kompromiss anzunehmen und Bedingungen an die Stadt zum Ausgleich zu stellen? Wie wäre es denn, wenn dafür im Seepark mehr Bäume gepflanzt würden? Dort sei ja laut, Dr. Johannes Hofnagel, nur Rasen. Ich glaube, das nennt man Ausgleichsflächenregelung und ist gesetzlich im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Außerdem müssen für Waldflächen mehr Ausgleichsflächen geschaffen werden, als zuvor an Wald aufgegeben wurde. Langfristig gesehen würde somit durch die Bebauung sogar mehr Wald geschaffen, als im Kleinbecker Park vernichtet wird.

Einmal in der Woche sprechen Mitglieder der Redaktion „mal unter uns“ über Themen, die sie und Lünen beschäftigen. Mal hitzig, mal pointiert, mal einfach geradeaus - aber immer bereit, sich der Diskussion zu stellen.
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