Die Flüsse der Region stehen kurz vor Hochwasser

Ruhr, Lippe, Stever und Emscher

Der anhaltende Regen lässt die Pegel der Flüsse in der Region in die Höhe schnellen. Besonders in der Nacht von Sonntag auf Montag verdoppelten sich mancherorts die Pegelstände der Lippe, Stever und Emscher. In der Nacht zu Mittwoch überschritt die Ruhr bei Schwerte den kritischen Pegel, die Feuerwehr bleibt jedoch entspannt.

NRW

, 02.02.2016, 11:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Reichlich Regen ist am vergangenen Wochenende im östlichen Ruhrgebiet gefallen. Mit Folgen für die Flüsse: Sowohl Emschergenossenschaft als auch der Lippeverband haben Wasserpegel verzeichnet, die sich in der Nacht von Sonntag auf Montag teilweise verdoppelt haben. 

Von Hochwasser sprechen die Verbände jedoch noch nicht: Auch die Lippe, die zum Beispiel in Dorsten von 5,30 auf 7,50 Meter gestiegen ist, führt noch kein Hochwasser. Dort liegt die Hochwassermarke bei einem Pegel von 8 Metern. Auch sind die Bauhöfe der Region noch nicht in Hochwasserbereitschaft versetzt worden. "Dennoch halten die Mitarbeiter vor Ort die Augen auf", teilte der Lippeverband schriftlich mit.

So war die Lage am Montag an den Flüssen der Region:

Die Lippe

Die Lippe in Dorsten und Haltern kratzte am Montag an der Hochwassermarke von 8 beziehungsweise 5 Metern. Bei Lünen stieg von 2,70 Meter am Donnerstag auf mehr als 4 Meter am Montag.

Dazu bei trägt auch die Seseke, die am Messpunkt Lünen-Preußenstraße im selben Zeitraum von 1,20 Meter auf knapp über 3 Meter gestiegen ist. 

Einen noch größeren Anteil an dem hohen Pegel der Lippe hat jedoch die Stever.

Die Stever

Über den Hullerner Stausee fließt sie bei Haltern am See in die Lippe. Im Vergleich zum Donnerstag ist ihr Pegelstand immer noch fast doppelt so hoch wie noch am Donnerstag. In der Nacht zu Montag verzeichnete sie dort voraussichtlich ihren Höchststand mit 4,70 Metern. Die Hochwassermarke liegt bei 5 Metern.

Die Ruhr

Auch die Ruhr führt mehr und mehr Wasser. Entlang ihres Verlaufs hat an manchen ihrer Messstellen einen Pegel erreicht, bei dem Hochwasser gemeldet wird. Bei Wetter an der Ruhr lag ihr Pegel am Dienstagnachmittag bei 4,16 Meter, eine Hochwassermeldung ergeht bei 4,10 Meter. Ähnlich nah über oder unter der Meldegrenze liegt der Pegel im weiteren Verlauf des Flusses.

Die Volme, einer der Ruhr-Zuflüsse, hat am Messpunkt Eckesey in Hagen ihre Meldegrenze von 1,70 Meter um 37 Zentimeter überschritten (Stand 2. Februar, 17.30 Uhr). 

Die erste kritische Marke hat der Pegel der Ruhr bei Schwerte nach dem Dauerregen in der Nacht zu Mittwoch erreicht. Wie die Feuerwehr auf Anfrage mitteilte, wurden planmäßig alle Anlieger in den tiefliegenden Bereichen von Schwerte per Telefonkette informiert. Auf der Liste stehen beispielsweise die Kleingartenanlage Amsel und die Rohrmeisterei. Bis 7 Uhr hätten alle Betroffenen Bescheid gewusst, heißt es. Besondere Schutzmaßnahmen waren aber noch nicht zu treffen. Die Feuerwehr wollte die Hochwasser-Situation lediglich weiter im Blick behalten. Die Verantwortlichen rechneten damit, dass sich die Lage danach jedoch wieder entspannen werde.   

2011 war die Ruhr in Schwerte weit über die Ufer getreten. Inzwischen ist der Hochwasserschutz jedoch ausgebaut worden.

Die Emscher

Die Niederschläge am Wochenende haben auch in der Emscher zu einem Anstieg des Pegels geführt, wie am Montag die Emschergenossenschaft mit Sitz in Essen meldete. Wie bei der Emscher typisch, sei der Wasserstand jedoch nur kurz steil angestiegen, um dann genauso schnell wieder zu fallen. Insgesamt habe die Emscher damit die Wassermassen schnell und unproblematisch abgeführt, hieß es aus Essen dazu.

Einen Höchststand von satten 3 Metern erreichte die Emscher in der Nacht auf Sonntag unmittelbar vor dem Hochwasserrückhaltebecken Ickern in Castrop-Rauxel. Zum Vergleich: Der mittlere Wasserabfluss an dieser Stelle liegt sonst bei 1,31 Meter. Von einem echten Hochwasser sei die Emscher jedoch noch weit entfernt gewesen, denn dies gelte an der Stelle erst ab 3,77 Meter als erreicht. 

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Stehende Gewässer

Neben den Seen, die von Flüssen gespeist werden und entsprechend ebenso höhere Pegelstände haben, gibt es in der Region zahlreiche Teiche und Seen ohne Zufluss. Auch deren Wasserstände sind in den vergangenen Tagen teils rapide gestiegen. In Dortmund ist an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel der Brunosee - meist Ententeich genannt - deutlich über die Ufer getreten. In einem Wohnhaus musste die Feuerwehr bereits den überfluteten Keller leerpumpen.

So geht es voraussichtlich weiter:

Es hängt vom weiteren Wetter und den Niederschlägen ab, ob aus den hohen Pegelständen noch richtiges Hochwasser wird. Regen ist vorausgesagt, doch die Menge des Regens ist entscheidend, teilt der Lippeverband mit. Wenn die Niederschlagsmengen an der unteren erwarteten Grenze bleiben, wird die Lippe mindestens eine Woche lang noch hoch stehen.

Bis das Wasser der Flüsse in den Rhein abgeflossen ist, vergehen regelmäßig mehrere Tage.

Aktuelle Infos der Verbände
Die aktuellen Pegelstände finden Sie hier:
Webcams ausgewählter Stellen an der Ruhr und der Talsperren sind hier zu sehen:
Die aktuellen Pegelstände von Emscher und Lippe finden Sie hier:

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