Die Gemeinschaft stärken

Gemeindefusion: St. Gottfried

LÜNEN So lege ich die Kirchengemeinden St. Marien, St. Gottfried, St. Ludger und St. Norbert zur neuen Kirchengemeinde St. Marien zusammen - Mit diesen Worten wurde am 1. Advent die Gemeindefusion vollzogen. Jede Teilgemeinde bringt eigene Traditionen und Erfahrungen bei diesem Zusammenschluss ein. Vorgestellt wird hier die St. Gottfried Gemeinde Wethmar:

von Von Dr. Matthias Laarmann

, 30.11.2009, 11:54 Uhr / Lesedauer: 3 min
St. Gottfried-Kirche Wethmar

St. Gottfried-Kirche Wethmar

Von Pfarrer Schleiner kräftig unterstützt, nahmen die bereits bestehende Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und die 1963 gegründete Kolpingsfamilie Wethmar sich mit ihren unterschiedlichen Traditionen dieses zentralen Arbeitsfeldes an. 1978 wird Pfr. Heinrich Kopowski als neuer Pfarrer in St. Gottfried eingeführt. In der Zeit seines Wirkens konnte er auf die vielen, bereits von Pfarrer Schleiner aufgebauten „äußeren“ Gemeindestützen, zu denen auch der Kindergarten und eine Altenbegegnungsstätte zählen (Pfarrheim) aufbauen. Pfarrer Kopowski lag es sehr an der Stärkung der „inneren“ Kräfte der Gemeinde. So trifft sich bis heute in der Gemeinde ein Gebetskreis zur charismatischen Gemeindeerneuerung, der seine Existenz in besonderer Weise auch der Initiative von Pfarrer Kopowski verdankt. 1989 trat Pfarrer Hans Cornelsen seinen Dienst in Wethmar an. In seiner offenen, sehr an der Jugend interessierten Art versuchte er, den christlichen Glauben modern zu präsentieren. Als neues, wichtiges Element im Gemeindeleben St. Gottfrieds trat nun die Weltkirche hinzu. Die Internationalität der katholischen Kirche wurde intensiv fassbar, indem man lebhafte Kontakte zur katholischen Kirche in Indien aufbaute, die auch gegenseitige Besuche beinhalten. Der Bathéry-Kreis der St. Gottfried-Gemeinde organisiert bis heute finanzielle und praktische Hilfen für die Mitchristen auf dem asiatischen Kontinent. Es klingt konsequent, wenn Pfarrer Cornelsen seit dem 1. Juli 1998 selber in der Auslandsseelsorge tätig wurde und nach Italien ging. Neubaugebiet Mit Pfarrer Marian Szalecki führt seit dem 1. Juli 2001 ein Geistlicher polnischer Nationalität die Gemeinde an. Wie Pfarrer Kopowski eher „nach innen“ und Pfarrer Cornelsen eher „nach außen“ wirkten, so versucht Pfarrer Szalecki beides zu verbinden. Durch das Neubaugebiet Wethmar Mark sind etwa 1500 Menschen neu nach Wethmar gekommen. In einer Gesellschaft, in der mittlerweile die Familie und die Senioren einen problematischen und gefährdeten Ort haben, müssen beide Gruppen besonders aus christlichem Geist Aufmerksamkeit und Unterstützung erfahren. Dafür stehen in St. Gottfried eine intensive Arbeit in einer mittlerweile zertifizierten Kindertagesstätte sowie Kinder- und familiengerechte Gottesdienste (Krabbelgottesdienst, Familiengottesdienst, Schulmessen), die durch eigene, sehr aktive Vorbereitungsgruppen ausgezeichnet sind. Caritas und Frauengemeinschaft kümmern sich darüber hinaus intensiv auch um die Älteren in der Gemeinde.

Mögen jetzt hier auch nicht alle Aktivitäten der St. Gottfried-Gemeinde genannt und gewürdigt worden sein, so darf man sich im Rückblick auf eine mittlerweile über 50-jährige Geschichte der vielen Kräfte und Energien versichern, die den Herausforderungen der anstehenden Gemeindefusionierung hoffnungsvoll und gelassen entgegensehen lassen. Einheit und Unterschiedlichkeit, Gebet und Aktion, Organisation und Charisma, Internationalität und lokale Verbundenheit heben sich in einer Großpfarrei einander nicht auf, sondern sind das Überlebenspotential einer guten Zukunft der katholischen Kirche in Lünen. Der Text ist von  Dr. Matthias Laarmann, Mitglied der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der Steuergruppe Gemeindefusion.

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