Die Hecke grenzt nicht nur ab - sie führt auch Nachbarn zusammen

mlzSerie: Das Garten-Jahr

Hecke, Rasen, Pflanzen: In unserer Serie geben wir mit dem Gartencenter Giesebrecht & Saad Tipps, wie Gartenbesitzer und solche, die es noch werden wollen, erfolgreich durchs Jahr kommen.

Lünen

, 05.03.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den eignen Garten zum Nachbargrundstück abgrenzen: Diese Aufgabe lösen Gartenbesitzer meist durch eine Hecke - so auch Neil Saad, Geschäftsführer des Gartencenters Giesebrecht & Saad, der in der ersten Folge unserer neuen Gartenserie Tipps für die richtige Auswahl und Pflege gibt.

Große Lücken in den stämmigen Trieben

„Als wir vor sechs Jahren unser Familienheim bezogen, war sie bereits da - unsere Weißdorn-Hecke. Sie umgab zwei Viertel des Gartens und wucherte nach mehreren, ungepflegten Jahren arg in alle Richtungen. Dabei grenzt sie unseren Garten nach hinten hin zum Fußgängerweg ab und bildet die gemeinsame Grenze zu unserem direkten Nachbarn. Weißdorn also. Die erste Überlegung war, was mit dieser Hecke geschehen sollte.

Zum Fußgängerweg benötigen wir einen Sichtschutz, damit der Garten vor den Blicken der Nachbarn und Fußgänger geschützt ist. Zu unserem Nachbarn benötigen wir diesen nicht zwingend. Schnell war klar, dass die alte Hecke die Sichtschutzfunktion in ihrer damaligen Form nicht mehr erfüllte. Zu groß waren mittlerweile die lichten Lücken zwischen den alten, stämmigen Trieben.

Wir entschieden uns für einen Ersatz aus immergrüner Eibe. Diese bietet ganzjährig Sichtschutz und ist ein heimisch verbreitetes Gehölz. Zudem ist sie durch ihren langsamen Wuchs pflegeleicht. Nicht in Frage kamen die gängigen Alternativen Kirschlorbeer und Thuja. Auch wenn diese deutlich günstiger sind, bieten sie keinerlei ökologischen Nutzwert für Tiere. Eine mögliche Alternative war der wintergrüne Liguster. Der Liguster behält im Winter großteils sein Laub und ist deutlich günstiger als Eibe. Dazu ist er ebenfalls eine ökologisch wertvolle und pflegeleichte Heckenpflanze.

Das Nachbarschaftsgesetz hilft weiter

Für die Neupflanzung war der Herbst die ideale Pflanzzeit. Die Eiben hatten ihr sommerliches Wachstum in der Baumschule beendet und gingen in Winterruhe. Derart vorbereitet bekamen sie keinerlei Probleme im folgenden Winter. Im Frühjahr trieben sie frischgrün aus. Bei der Neupflanzung beachteten wir die notwendigen Grenzabstände. Die Informationen hierzu fanden wir im Nachbarschaftsgesetz NRW.

Die Weißdorn-Hecke auf der Nachbargrenze blieb bestehen. Aufgrund des jährlichen Schnitts durch den Nachbarn hatte diese ihre Form erhalten. Außerdem gilt die Hecke auf der Grundstücksgrenze als Einfriedung, welche das Nachbarschaftsgesetz vorschreibt. Zwar ist Weißdorn durch seine Dornen ein unliebsamer Gefährte, erfreut als heimische Pflanze aber die Tierwelt. Zwei Vogelnester beobachteten wir mit unserer kleinen Tochter in den letzten fünf Jahren zwischen dem Geäst. Entsprechend ist beim Schnitt Vorsicht geboten.

Ab März die Hecke wachsen lassen

Die richtige Zeit für jeden Heckenrückschnitt ist im zeitigen Winter. Dabei stören wir keine brütenden Tiere. Bis zum 1. März muss der Schnitt ausgeführt sein. Der jährliche Rückschnitt ist der härteste Schnitt des Jahres. Er gibt den langsam erwachenden Pflanzen einen Wachstumsreiz und fördert die Verästelung. Diese ist ausschlaggebend für eine kompakte, blickdichte Hecke. Nach einschlägigen Erfahrungen beim Schneiden begann wir damit, während des Schneidens eine Plane auszulegen. Dabei fängt die Plane die Schnittreste auf und erleichtert die Entsorgung. Ansonsten ist das manuelle Aufheben vom Boden eine dornige Angelegenheit. Im Sommer folgt ein einfacher Formschnitt, bei dem wir die neuen Triebe kürzen.

Mehr Arbeit macht unsere Hecke nicht. Dadurch, dass wir sie auf Brusthöhe halten, erfüllt sie dafür eine soziale Komponente: sie ermöglicht nette Gespräche mit unserem Nachbarn.“

Unser Autor

Neil Saâd, Jahrgang 1981, ist gelernter Kaufmann und Hobbygärtner. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er seit 2013 als Haus- und Gartenbesitzer an der Dortmunder Stadtgrenze. Für die Ruhrnachrichten schreibt er in dieser Serie über sein Leben zwischen Familie, Beruf und Garten.
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