Diebstahl, Drogen und Erpressung - Jugendbande wegen zahlreicher Taten vor Gericht

Prozess

LÜNEN Diebstahl, räuberische Erpressung, Körperverletzung, Betrug, Fahren ohne Fahrerlaubnis und unerlaubter Drogenbesitz - die Liste der Straftaten, die eine Jugendbande in Lünen und Brambauer begangen haben soll, ist lang. Fünf Jugendliche mussten sich nun vor dem Schöffengericht verantworten, zwei wurden schuldig gesprochen, gegen einen der Angeklagten wird das Verfahren noch fortgesetzt.

von Von Heinrich Greve

, 17.11.2009, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diebstahl, Drogen und Erpressung - Jugendbande wegen zahlreicher Taten vor Gericht

Nach dem Vorwurf der Anklage hatten die 17 bis 20 Jahre alten jungen Männer in der Zeit von Ende 2008 bis 15. Mai 2009 in Lünen und Brambauer ihr Unwesen getrieben. Die Jugendlichen sollen mit jeweils wechselnder Tatbeteiligung einen jungen Mann vor dem Penny-Markt in Brambauer zusammengeschlagen haben sowie versucht haben aus einem Wohnhauskeller zu stehlen, von einem 15-jährigen Schüler unter Androhung von Gewalt 50 Euro zu erpressen und einen Taxifahrer zu betrügen. Zudem sollen sie ohne Fahrerlaubnis mit dem BMW des Vaters eines Täters gefahren sein und nicht zuletzt Betäubungsmittel in nicht geringer Menge besessen haben. In der Hauptverhandlung gaben die Angeklagten, teilweise bereits erheblich vorbestraft, die ihnen vorgeworfenen Straftaten im Wesentlichen zu. Lediglich die räuberische Erpressung wurde von ihnen bestritten. Der hierzu gehörte Zeuge, der Vater des geschädigten Schülers, konnte nicht wesentlich zur Aufklärung beitragen. Der geschädigte Schüler war aufgrund einer Erkrankung nicht zur Hauptverhandlung erschienen.

Gegen den insoweit hauptsächlich Angeklagten trennte das Gericht das Verfahren ab. Es unterbrach die Hauptverhandlung und setzte als Fortsetzungstermin den 8. Dezember an. Das Gericht will dann noch weitere Zeugen hören. Zur weiteren „Flurbereinigung“ auf der Anklagebank stellte das Gericht mit Rücksicht auf deren Vorverurteilungen gegen zwei weitere Angeklagte das Verfahren ein, sodass es zu einem Urteil nur noch gegen einen 17- und 19-jährigen Angeklagten kam. Es erkannte beide schuldig des versuchten Diebstahls, der Körperverletzung, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und des unerlaubten Besitzes von Drogen. Sie wurden beide verwarnt. Gegen den 19-Jährigen verhängte es darüber hinaus eine Geldbuße von 300 Euro, zu zahlen an eine gemeinnützige Organisation. Der 17-Jährige bekam einen Dauerarrest von einer Woche aufgebrummt. Beide Angeklagte nahmen noch in der Hauptverhandlung das Urteil an und verzichteten auf Revision. Das Verfahren wegen räuberischer Erpressung wird fortgesetzt.

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