DLRG warnt zu Pfingsten: „Halten Sie sich an bewachte Badegewässer!“

mlzKanal und Seepark

Mit Pfingsten naht das nächste lange und sonnige Wochenende. Doch in Lünen haben die Freibäder weiterhin geschlossen. Die DLRG warnt vor vermeintlichen Alternativen wie Kanal oder Seepark.

Lünen

, 28.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon für das Seepferdchen-Abzeichen müssen Kinder Baderegeln lernen. Eine davon besagt: Nicht in unbekannte Gewässer springen. Doch jedes Jahr lässt sich zum Beispiel an den Kanalbrücken beobachten, dass einige diese Regel entweder vergessen haben - oder sie schlichtweg ignorieren.

„Der Kanal ist kein Badegewässer, sonder eine Schifffahrtsstraße“, sagt am Mittwoch (27. Mai) Dennis Nehring von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Lünen. „Und somit ist er auch nicht zum Schwimmen geeignet.“

Baden im Kanal nicht verboten

Verboten ist das Baden im Kanal übrigens nicht - die Binnenschifffahrtsstraßenordnung untersagt es lediglich im Bereich von Brücken, Wehren und Hafeneinfahrten. „Ein Badender und ein Schwimmer müssen sich so verhalten, dass ein in Fahrt befindliches Fahrzeug oder ein in Fahrt befindlicher Verband nicht behindert wird“, heißt es dort außerdem. Im Seepark hatte die Stadtverwaltung das Baden unter Berücksichtigung der Sicherheitsabstände erlaubt.

Dennis Nehring warnt trotzdem eindringlich davor, in den Kanal zu springen: „Allein schon, weil es dort keine Badeaufsicht gibt, die im Ernstfall zur Hilfe eilen kann.“ Die DLRG werde weder den Kanal noch den Seepark prophylaktisch überwachen: „Dazu müssten wir uns erst einmal mit den zuständigen Behörden absprechen.“ Wenn diese Behörden denn überhaupt auf die DLRG zukommen.

Generell weiß man bei der DLRG noch nicht, wie es mit den Wachdiensten angesichts der geltenden Corona-Einschränkungen weitergeht. „Bei einer Rettung lässt sich Körperkontakt ja schlecht vermeiden“, so Dennis Nehring. Derzeit sind alle Wachdienste ausgesetzt, bis sich die DLRG-Bezirke auf Bundesebene abgesprochen haben.

DLRG fordert Konzept für Badebetrieb

Das Lüner DLRG-Mitglied hat allerdings Verständnis für die Menschen, die sich nach einer Abkühlung sehnen. „Das ist in Lünen ja gerade wirklich schwierig.“ Die DLRG wünsche sich deshalb von der Stadtverwaltung und der Bädergesellschaft, dass es möglichst schnell „ein Konzept gibt, um einen geregelten Badebetrieb in der Stadt zu ermöglichen“.

Besonders schlimm sei, dass einige Menschen nicht den Kanal, sondern die Lippe als Freibadersatz wählen würden: „Wer da in der Nähe des Wehres in Beckinghausen ins Wasser geht, begibt sich in Lebensgefahr.“

Alternativen gibt es derzeit nicht. Der Trägerverein des Freibads in Brambauer hatte bereits erklärt, in dieser Saison das Bad aufgrund der Hygiene-Auflagen nicht öffnen zu können. Ob die Schwimmer im Freibad Cappenberger See in diesem Jahr noch ihre Bahnen ziehen können, entscheidet nicht die Bädergesellschaft Lünen, sondern die Politik: Im Ausschuss für Bildung und Sport steht am Mittwoch (3. Juni) der entsprechende Beschluss an.

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