Dürre 2.0 - wie schlimm steht es wirklich um unsere Felder? Lüner Landwirte klären auf

mlzExtreme Trockenheit

Im vergangenen Jahr war die Dürre ein großes Thema. Leidgeplagte Landwirte hofften in diesem Jahr auf mehr Niederschläge - vergeblich. Das bedeutet die Trockenheit für die Betroffenen.

Lünen

, 10.07.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer erinnert sich nicht an das vergangene Jahr und die lange Sommerhitze? Doch so sehr manch einer solche Witterungen liebt, so schädlich sind sie für andere, ja sogar existenzgefährdende Folgen können solche Wetterverhältnisse für den ein oder anderen haben. Denn Landwirte sind auf Regen angewiesen, damit ihre Feldfrüchte wachsen.

Ställe könnten bald leerstehen

Landwirt Dietrich Goertz hat sich zwar auf eine erneute Dürre so weit vorbreitet wie er konnte, doch wirklich nützen tue es nichts. Auf seinen Grasflächen, die er zur Futtergewinnung für sein Vieh braucht, wächst kaum etwas und das obwohl er schon Sorten angebaut hat, die die Trockenheit besser vertragen.

Er sagt: „Man muss sich auf diese Trockenheit einstellen. Ich habe dieses Jahr schon den dritten Schnitt gemacht und fast alles war mehr braun als grün.“

Er hat statt Weizen schon mehr Roggen angebaut, weil dieser besser mit den trockenen Verhältnissen klar kommt. Auch der Mais bleibt aufgrund des Wassermangels kleiner. „Ich werde den Mais in diesem Jahr als Ersatzfutter für das fehlende Gras nutzen. Normalerweise verkaufen wir unseren Mais, aber wenn es hart auf hart kommt, müssen vielleicht sogar die Ställe leer bleiben“, erklärt der Landwirt die aktuelle Situation.

„Bewässern wo es geht“

Auch Landwirt Vitus Schulze Wethmar ist um seine Böden besorgt, obgleich er die aktuelle Lage nicht so schlimm einschätzt wie die im vergangenen Jahr. „Nichtsdestotrotz bewässern wir unsere Gemüsekulturen, wo es geht. Leider geht das nicht überall. Dazu nutzen wir zu einem kleinen Teil unseren eigenen kleinen Brunnen, und zum anderen Teil das öffentliche Wassernetz der Stadtwerke Lünen“, sagt der Landwirt aus Wethmar.

Um das Wasser langfristig im Boden zu halten, greift Vitus Schulze Wethmar auf ackerbauliche Maßnahmen zurück wie das kontinuierliche Steigern des Humusanteils im Boden. Unterstützt wird dieser Vorgang dadurch, dass er auf den Flächen immer abwechselnd verschiedene Arten anbaut. So werde mehr CO² gebunden und mehr Wasser gehalten.

Ein wichtiger Arbeitsgang sei das Striegeln (Auflockern der oberen Bodenschicht) im Frühjahr. „Dadurch werden die kleinsten Gefäße unterbrochen, das Wasser kann nicht so schnell verdunsten und somit ungenutzt entweichen“, sagt der Landwirt.

Langfristige Maßnahmen benötigen Zeit

Das seien alles Maßnahmen, die langfristig angelegt sind und Jahre, wenn nicht Jahrzehnte benötigen, um sichtbare Erfolge erkennen zu können. „Wir merken aber, dass Flächen, die wir schon lange ökologisch bewirtschaften, wesentlich besser mit Wasser versorgt sind, als Flächen, die wir neu hinzubekommen“, so Schulze Wethmar. Trockenheitsresistente Sorten gebe es nicht wirklich im Gemüsebau.

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