Durchschnittsalter der Corona-Infizierten ist seit Mai deutlich gesunken

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Ein halbes Jahr mit Corona hat Spuren hinterlassen. Landrat Michael Makiolla verrät, wie viele Testungen seit Anfang März im Kreisgesundheitsamt durchgeführt wurden.

Kreis Unna

, 01.09.2020, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona hält den Kreis Unna im Griff. Das, so meint Landrat Michael Makiolla, wird auch in den kommenden Monaten so bleiben. „Wir stehen vor einem schwierigen Herbst und einem sehr schwierigen Winter“, sagte er im Kreistag. Für ihn hat der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter oberste Priorität.

Nach ruhigen Monaten stiegen die Zahlen ab Mitte Juli wieder an. „Die eindeutige Ursache gibt es nicht.“ Wohl zeigten sich aber Zusammenhänge mit Reiserückkehrern (zeitweise ein Viertel der Infizierten), Feierlichkeiten und gemeinsamen Freizeitaktivitäten, sowie dem Ausbruch in einer Altenpflegeeinrichtung in Werne. „In vielen Fällen liegt der Verdacht nah, dass es zu Ansteckungen gekommen ist, weil die Menschen zu sorglos mit den Regeln umgehen“, so Makiolla.

Durchschnittsalter der Infizierten deutlich gesunken

Nach einem halben Jahr zeigt sich, dass das Virus mittlerweile durch alle Bevölkerungsschichten geht. Lag das Durchschnittsalter bis Mai noch bei 54 Jahren, ist es bis Ende August auf 34 Jahre gesunken. Bei den Reiserückkehrern sank das Durchschnittsalter auf knapp 28 Jahre, so Makiolla.

Dem Gesundheitsamt sind bislang rund 2500 Reiserückkehrer aus dem Kreis Unna bekannt. 78 davon hatten sich mit dem Virus infiziert, insgesamt 285 mussten in Quarantäne. Die hohe Anzahl an Neuinfektionen lässt sich allerdings auch auf die konsequente Nachverfolgung der Kontaktpersonen rückführen, so Makiolla. So zeigte sich, dass 65 Prozent aller zwischen Mitte Juli und Mitte August positiv getesteten Personen im Kreis Unna zuvor als enge Kontaktpersonen eingestuft waren.

Seit Anfang März hat das Gesundheitsamt des Kreises rund 9000 Testungen durchgeführt. Hinzu kommen Testungen von Krankenhäusern und Ärzten. „Wie viele es genau sind, wissen wir nicht“, sagt Makiolla, betont aber, wie wichtig eine gesetzliche Änderung für eine bessere Nachverfolgung ist.

Arbeit fast wieder im Normalbetrieb

Mit der Wiedereröffnung der Kreishäuser ab Mai konnten die Arbeiten in der Führerscheinstelle nahezu auf ihr Ausgangsniveau zurückkehren. Wurden vor dem Lockdown rund 4500 Führerscheinangelegenheiten pro Monat bearbeitet, waren es im Lockdown nur 1100. Derzeit stehe man wieder bei knapp 4000 Vorgängen im Monat, der Zustand habe sich somit nahezu normalisiert, so Makiolla.

Derzeit könnten rund 800 Online-Termine für Zulassungen in der Woche bearbeitet werden, davon 553 in Unna und 204 in Lünen. Auch damit ist man nahezu in den Normalbereich zurückgekehrt, wie Krisenstableiter Uwe Hasche sagt: „Es gab erhebliche Rückstände durch den Lockdown.“ Das gehöre nun allerdings der Vergangenheit an. Zwar könne man noch nicht wieder auf Wunschtermine Rücksicht nehmen, wohl aber gebe es mittlerweile wieder freie Termine.

Makiolla sprach sich zudem für mehr Unterstützung aus. „Wir sind immer noch weit entfernt von einer einheitlichen und landesweiten Teststrategie.“ Er wünscht sich, dass zuverlässige Schnelltests möglich sind, damit auch Pflegepersonal angemessen getestet werden kann.

Uwe Hasche hofft zudem auf eine bessere Digitalisierung und Vernetzung der Akteure. „Da gibt es deutlichen Nachholbedarf.“ Man müsse mehr systemübergreifend arbeiten.

Sechs Neuinfektionen am Dienstag

Das Kreisgesundheitsamt meldete am Tag der Corona-Bilanz des Landrats sechs neue Corona-Infektionen, davon vier in Lünen und je eine in Bergkamen und Fröndenberg. 14 Menschen gelten wieder als genesen, sodass die Zahl der aktuell Infizierten auf 100 sinkt. Seit Beginn der Pandemie haben sich 1169 Menschen angesteckt, davon gelten 1027 wieder als gesund und 42 sind verstorben.

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