So kennt man Horst Störmer. Der 80-Jährige ist eigentlich immer mit seiner Gitarre unterwegs. Seinen Impftermin buchte der Lüner im Netz. Auch für seine Frau, mit der er gemeinsam zum Impfzentrum fahren kann. © Felix Püschner (Archiv)
Corona-Krise

Ehepaar aus Lünen (80): Gemeinsame Impftermine im Internet gebucht

Gemeinsam zum Impftermin und nicht an verschiedenen Tagen - das wünschen sich ältere Ehepaare aus Lünen. Ein 80-Jähriger hat das Kunststück im Internet geschafft - und verrät seinen „Trick“.

Internet ist für Horst Störmer kein Buch mit sieben Siegeln. Auch mit 80 Jahren traut sich der Vorsitzende des Stadtverbandes für Heimatpflege ins World Wide Web und versucht, dort klarzukommen.

Auch in Sachen Corona-Impfung. Für Störmer und seine Frau Else war klar – wir lassen uns impfen. Statt die Hotline anzurufen, versuchte Störmer es am Mittwoch (27.1.) im Internet, für sich und seine Frau einen Termin auszumachen.

Mit dem Ziel, dass beide am selben Tag im Impfzentrum Unna geimpft werden, möglichst kurz hintereinander. Und das dann auch bitte drei Wochen später beim zweiten Impftermin genauso. Störmer hat gute Erfahrungen gemacht, auch wenn nicht alles sofort reibungslos ablief.

Termine liegen nur 15 Minuten auseinander

„Wir brauchen nicht insgesamt viermal nach Unna zu fahren, sondern nur zweimal – einmal zum ersten, einmal zum zweiten Impfen“, freut sich Störmer. Denn er hat es geschafft, auf der Internetseite für seine Frau und sich Termine zu buchen, die jeweils nur 15 Minuten auseinander liegen.

„Ich bin ja noch Autofahrer, wir werden also die 15 Kilometer zum Impfzentrum gemeinsam mit dem Auto zurücklegen,“ so Störmer. Ein Bekannter aus Dortmund müsse zu dem Impfzentrum, das für ihn zuständig ist, immerhin auch zwölf Kilometer fahren – innerhalb einer Stadt.

Viele seiner Bekannten lassen sich beim Buchen der Impftermine von ihren Kindern und Enkeln helfen. „Aber selbst die hatten Schwierigkeiten, für ihre Eltern oder Großeltern am selben Tag Termine zu bekommen,“ erfuhr der Lüner. So hörte er von einer jungen Frau, die einen ganzen Tag vor dem Computer verbracht hat, um Impftermine für ihre Eltern zu buchen.

Technische Probleme

In einigen Fällen ist es vorgekommen, dass Bürger einen Ersttermin, aber keinen Zweittermin erhalten haben, wie es eigentlich vorgesehen ist. Die KVWL ist über diesen Umstand informiert.

Dazu erklärte jetzt eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL): „Aufgrund eines technischen Fehlers konnten die Zweittermine für die Corona-Impfung nicht immer direkt mit dem Ersttermin gebucht werden.“

Wer davon betroffen ist und einen Ersttermin, aber keinen Zweittermin erhalten hat, solle auf jeden Fall den Ersttermin wahrnehmen. In diesem Fall erhalten die Betroffenen ihren Zweittermin von der KVWL direkt beim Ersttermin im Impfzentrum. Sie müssen nicht selbst aktiv werden.

Button im Internet falsch gedeutet

Störmer brauchte auch ein bisschen Zeit, schaffte es dann aber, für seine Frau und sich den Erst- und Zweittermin im Internet zu buchen. „Ich habe anfangs den Button falsch gedeutet, auf dem sinngemäß stand ,Impftermin vergeben`.“ Störmer dachte zunächst, das sei die Bestätigung, dass der ausgewählte Termin für ihn gebucht sei. Gemeint war aber, dass da wohl jemand eine Zehntelsekunde schneller war und den ausgewählten Termin gebucht hatte. „Das hat mir die Bekannte dann erklärt, der das auch passiert war.“

Danach klappte es dann. Dass die Störmers am selben Tag gleich hintereinander einen Termin bekommen haben, erklärt der 80-Jährige so: „Man sollte sich nicht auf die ersten Termine stürzen, wir haben jetzt Termine Anfang März, da war noch viel frei, so dass Ehepaare nicht an zwei verschiedenen Tagen zum Impfzentrum müssen.“

Natürlich sei es verständlich, dass die Risikogruppen möglichst schnell geimpft werden wollen. Aber mit etwas Geduld klappe es dann auch mit einem gemeinsamen Termin am selben Tag für Ehepaare, so die Erfahrung von Störmer mit der Internet-Buchung für Impftermine. „Wenn man nicht der Erste sein will, funktioniert es offenbar.“ Auch mit dem Zweittermin war das so.

Rund 700 Zugriffe in ersten Stunden

Offenbar aber eben nicht bei jedem. Nach der Freischaltung der Buchungssysteme am Montagmorgen wurden, so die KVWL, in den ersten Stunden rund 700 Zugriffe pro Sekunde auf die Plattform zur Online-Terminvergabe verzeichnet. Auch die Telefon-Hotlines wurden stark beansprucht, so dass es schließlich zunächst zu einem Systemausfall sowie zu einer Reihe verschiedener technischer Störungen gekommen sei. Weshalb dann auch teilweise kein Zweittermin vergeben wurde. Deshalb der Appell der KVWL, auf jeden Fall den Ersttermin wahrzunehmen, bei dem man auch den Termin für die zweite Impfung bekäme.

Probleme bei der Hotline

Auch bei der Hotline haben viele Lüner mittlerweile versucht, einen Termin für die Corona-Impfung zu bekommen. Nicht immer hat es so geklappt, wie erhofft.

Ein Lüner, der seinen Namen nicht hier lesen möchte, hat am Mittwoch (27.1.) versucht, bei der Hotline einen Impftermin für seine Eltern zu bekommen und ist gegen 14 Uhr dann endlich durchgekommen. Die Freude darüber währte allerdings nicht lange. Denn einen Termin bekam er nicht.

Denn dann lautete, so der Lüner, die Auskunft des Mitarbeiters: „Es gibt keine Termine mehr, rufen Sie bitte in zwei bis drei Wochen wieder an“. Dazu sagt allerdings Heike Achtermann vom Stabsbereich Kommunikation der KVWL auf Anfrage: „Diese Information ist falsch, es werden täglich neue Termine eingestellt.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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