Schädlingsbekämpfung

Eichenprozessionsspinner: Lünen hält Spritzmittel für unverantwortlich

Die Stadt Lünen bereitet sich auf den Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners vor. Dabei setzt sie auf bewährte Methoden und priorisiert die Einsatzgebiete.
Die Stadt Lünen lässt die Raupen des Eichenprozessionsspinners von Fachfirmen von den Bäumen absaugen. © Stadt Lünen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit ihren kleinen Brennhärchen können bei Mensch und Tier gesundheitliche Probleme verursachen. Sie enthalten ein Nesselgift, das Juckreiz, Hautentzündungen oder gar eine Nesselsucht verursachen könne, warnt der Naturschutzbund (Nabu) auf seiner Internetseite. Um die in Lünen lebenden Menschen davor zu schützen, ist die Stadt auf die Beseitigung der Raupen vorbereitet.

Aufgrund der recht niedrigen Temperaturen sei aber noch nicht mit einem massiven Befall zu rechnen. „Aber wenn es langfristig warm wird, kann sich der Eichenprozessionsspinner schnell ausbreiten“, wird Thomas Herkert, Leiter der Abteilung Stadtgrün in einer Mitteilung der Stadt zitiert.

Stadt setzt Prioritäten im Kampf gegen die gefährlichen Raupen

Wenn es zu einem Befall kommt, geht die Stadt nach Prioritäten vor. „Zuerst lässt die Stadt die giftigen Tiere an Kindertagesstätten, Schulen und Spielplätzen entfernen“, erklärt die Stadt weiter. Danach folgen Friedhöfe, Grün- und Parkanlagen, ehe Waldgebiete an der Reihe sind.

Um die Raupen und ihre Nester zu beseitigen, bleibt die Stadt bei der Methode des Absaugens. Den Einsatz „von Spritzmitteln, die auch nützlichen Insekten schaden, sieht die Stadt kritisch“, heißt es weiter in der Mitteilung. Ähnliches gilt für den Einsatz von Fadenwürmern. Sie sind natürliche Feinde von Raupen, allerdings unterscheiden sie nicht zwischen Raupen des Eichenprozessionsspinners und ungefährlichen Exemplaren.

Es kommen auch natürliche Abwehrmittel zum Einsatz

Die Stadt Lünen setzt trotzdem auf natürliche Abwehrmittel. So befinden sich 150 Meisen-Nistkästen im Stadtgebiet – 50 mehr als im letzten Jahr. Schwerpunktmäßig hängen diese in der Nähe von Schulen und Kitas. Meisen gelten als Fressfeindes des Eichenprozessionsspinners.

Zudem appelliert die Stadt an die Menschen, die Nester mit den Raupen auf den eigenen Grundstücken zu entfernen. Gleichzeitig warnt sie davor, die Raupen unsachgemäß zu bekämpfen. Daher beantwortet die Abteilung Stadtgrün Fragen zur Bekämpfung unter der Rufnummer 02306 104-1685.

In der Natur besteht allerdings Verwechslungsgefahr. Neben den Raupen des Eichenprozessionsspinners treten in den kommenden Wochen verstärkt die Raupen der Gespinstmotte auf. Diese sind häufig in den Lippeauen zu finden. Diese Raupen befallen häufig Sträucher oder Kleinbäume, wie Weiden. Gleichzeitig wickeln sie die Pflanzen in ein weißes Gespinst ein. Für Mensch und Tier sind sie völlig ungefährlich. Der Eichenprozessionsspinner ist dahingegen häufig an Eichen zu finden. Die Gespinst sind eher dunkel und nehmen die Größe eines Hand- oder Fußballs an.

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