Eilantrag in Lünen: Die GFL fordert Schulschwimmen im Lippebad

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Fürs Freizeitvergnügen muss das Lippeband geschlossen bleiben. So will es die verschärfte Corona-Verordnung NRW. Dass aber auch das Schulschwimmen ausfällt, will die GFL nicht akzeptieren.

Lünen

, 05.11.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Gelegenheit zu schwimmen hat es in Lünen im Corona-Jahr 2020 nicht gegeben. Nach dem Lockdown im Frühjahr hatte das Freibad Cappenberger See erst später als die Bäder in der Nachbarschaft geöffnet. Zu Beginn der Sommerferien - und dann auch nur unter strengen Auflagen. Ende August wechselte der Schwimmbetrieb vom Frei- ins Hallenbad, dem Lippebad. Und jetzt ist schon wieder Schluss wegen Corona. Der GFL passt das gar nicht.

In einem Eilantrag zur ersten Ratssitzung der neuen Wahlperiode fordert die drittgrößte Fraktion eine Unterscheidung zwischen Freizeit- und Schulbetrieb: „Die Stadt Lünen als Schulträger stellt sicher, dass ab dem 9.11.2020 weiterhin der reguläre Schwimmunterricht erteilt werden kann.“ Über diesen Antrag hat das neu gewählte Gremium am Donnerstag, 5. November, zu entscheiden. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Erlebnisreich Campus, Hüttenallee 64.

Wozu das Schulgesetz eine Stadt verpflichtet

Das Schulgesetz verpflichte die Schulträger und damit auch die Stadt Lünen, „die erforderlichen Schulanlagen, Gebäude, Einrichtungen und Lehrmittel bereitzustellen und zu unterhalten“, zitiert Prof. Dr. Johannes R. Hofnagel in dem Antrag. Vertreter des Bundes und der Länder waren sich einig, dass - anders als während der ersten Corona-Welle - die Schulen unbedingt geöffnet bleiben sollten. Da nach der aktuellen Verordnung des Landes NRW vom 30. Oktober der Schulbetrieb weitergeht, sei folglich auch der Schwimmunterricht zu erteilen, findet Hofnagel. Denn Schwimmunterricht habe einen festen Platz im Lehrplan: Pflichtunterricht. Und der sei nur im Schwimmbad zu erteilen.

Der Vorsitzende der GFL lässt keinen Zweifel daran, dass eine Öffnung des Lüner Hallenbades als Freizeit- und Vergnügungsstätte mit der Corona-Schutzverordnung nicht zu vereinbaren sei. „Aber unter Berücksichtigung der (...) Masken- und Hygieneregeln kann das Hallenbad für Schulen weiterhin zur Verfügung stehen.“ Praktische Probleme sieht Hofnagel nicht. Das Hallenbad sei schließlich vorhanden, die Becken würden nicht geleert, das Personal sei ebenfalls vorhanden.

Dortmund und Dormagen gehen unterschiedliche Wege

Während in Dortmund zurzeit alle Bäder dicht sind, hat etwa Dormagen einen anderen Weg beschritten. Freizeitsport ist im dortigen Bad zwar nicht möglich, Schwimmunterricht aber schon - genauso, wie es die GFL auch für Lünen fordert.

Sowohl das Umweltbundesamt als auch die WHO beschreiben Wasser als „keinen relevanten Übertragungsweg“. Das Virus verbreitet sich im Schwimmbad so wie überall sonst: durch Kontakte.

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