Ein guter Vorsatz: Weniger Plastikmüll

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Neues Jahr, gute Vorsätze. Ein Vorsatz, der die Umwelt schont: weniger Plastikmüll produzieren. Wie jeder das tun kann, erklärt das Team der Verbraucherberatung.

Lünen

, 02.01.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer mehr Plastik in den Meeren - diese Bilder sieht man immer öfter in den Medien. Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung, findet es einen richtig guten Vorsatz fürs neue Jahr, dass jeder weniger Plastikmüll produziert. Wie man das erreichen kann, erklärt sie in Fragen und Antworten.

? Wo versteckt sich überall Plastik?

In den Coffee-to-go-Bechern ebenso wie in beschichteten Pizzakartons, Pommesschalen oder Plastik-Einwegflaschen für Wasser. Wenn wir unterwegs sind, nehmen wir gerne etwas zu essen oder zu trinken mit. Und da steckt viel Plastik in Verpackungen. In Deutschland werden jährlich über 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll produziert. Das sind 222 Kilo pro Kopf laut Umweltbundesamt. Seit 1995 hat sich die Zahl der Verpackungen aus Plastik fast verdoppelt.

? Warum gibt es Probleme mit Einweg-Plastikverpackungen?

Dafür werden wertvolle Rohstoffe und Energie für eine sehr kurze Lebensdauer verbraucht. Ein Kaffeebecher wird nach 15 Minuten zu Abfall, der meistens nicht recycelt wird - weil die leeren Becher in einem Mülleimer der Stadt landet. Bleiben die Becher dann noch auf einer Wiese liegen, wird es noch problematischer für die Umwelt. Kunststoffe zerfallen zu immer kleineren Teilchen, die nicht vollständig abgebaut werden können.

? Welche Möglichkeiten hat man, selbst weniger Plastikmüll zu produzieren?

Beispielsweise beim Kaffeetrinken. Statt einen Coffee-to-go-Becher nach dem anderen zu benutzen, sollte man sich einen wiederbefüllbaren Becher anschaffen. Immer mehr Bäckereien und Cafés füllen Kaffee und andere Heißgetränke auch gern in mitgebrachte Becher. Manche räumen auch einen Rabatt ein, wenn man auf Coffe-to-go-Becher verzichtet. Jutta Gülzow: „Wenn man sich belegte Brote oder Obst und Gemüse mitnehmen will für die Mittagspause, sollte man auf Frischhaltefolie verzichten. Und stattdessen lieber das Essen in eine wiederverwertbare Box packen.“

? Welche Gerichte eignen sich überhaupt zum Mitnehmen in wieder-befüllbaren Gefäßen?

Beispielsweise Salate, Aufläufe oder Quiches. Selbst für ein komplettes Mittagessen mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln oder Nudeln gibt es spezielle Behälter mit Unterteilungen. Nicht zum Mitnehmen eignen sich dagegen leicht verderbliche Speisen, beispielsweise mit rohen Eiern wie selbstgemachte Mayonnaise oder Mousse au Chocolat.

? Sind Behältnisse aus Bambus eine umweltfreundliche Alternative?

Nein, sagt Jutta Gülzow. „Es wird viel mit Bambus angeboten, aber das ist kein reines Naturprodukt. Es sind Melaninharze enthalten. Und die können gesundheitsschädlich sein. Denn sie lösen sich, wenn heiße Speisen und Getränke in die Gefäße kommen, aus dem Geschirr.“

Einen Ratgeber zum Thema „Weniger Plastikmüll unterwegs“ gibt es kostenlos in der Lüner Verbraucherberatung, Kirchstraße 12. Darin enthalten sind auch Rezepte.
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