Ein gutes Leben für alle: Warum Nachhaltigkeit dabei eine Rolle spielt

mlzMeinung am Mittwoch

In „Meinung am Mittwoch“ haben Gastautoren das Wort. Sie beleuchten Themen, die ihnen wichtig sind. Heute beschreibt Dr. Katrin Stückrath, was Nachhaltigkeit mit gutem Leben zu tun hat.

von Dr. Katrin Stückrath

Lünen

, 10.04.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine halbe Stelle für Nachhaltigkeit hat der Rat der Stadt Lünen im Februar eingerichtet. Denn Lünen hat sich der „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen angeschlossen und will sich für nachhaltige Entwicklung mit eigenen Maßnahmen engagieren.

Dr. Katrin Stückrath, Pfarrerin.

Dr. Katrin Stückrath, Pfarrerin. © Magdalene Quiring-Lategahn

Dr. Katrin Stückrath ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen.

Nachhaltigkeit ist eigentlich ein Begriff aus der Forstwirtschaft. Er besagt, dass man nicht mehr Holz aus einem Wald herausholen soll, als nachwachsen kann. Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 2030 umfasst insgesamt 17 Ziele, die gutes Leben für alle Menschen und Tiere auf unserem Planeten ermöglichen sollen, wie z.B. keine Armut, kein Hunger, stattdessen Gesundheit, Gleichberechtigung und Bildung, sauberes Wasser und Klimaschutz.

Ratsbeschluss mit großen Herausforderungen

Aber wie sollen diese großen Ziele bloß mit einer halben Stelle für Nachhaltigkeit erreicht werden? Eigentlich sind ja viele, im Prinzip alle, Abteilungen der Stadt gefragt, ihr Handeln an Nachhaltigkeit auszurichten und das gemeinsam zu koordinieren. Das sind die großen Herausforderungen des Ratsbeschlusses zur Agenda 2030.

Entwicklung in Lünen fängt nicht bei Null an

Zum Glück fängt Lünen bei Aktivitäten für nachhaltige Entwicklung nicht bei Null an. Wir sind schon Fair Trade Town mit zertifizierten Fair Trade Kitas und Schulen. Städtische Gebäude wurden energetisch saniert und wir haben ein Vorzeige-Schwimmbad. In Recycling ist Lünen Spitze. Es gibt gute Einrichtungen für Bildung und Netzwerke zur Inklusion von Menschen mit besonderem Förderbedarf. Die Idee der Vereinten Nationen war, die Kommunen mit der Agenda 2030 nicht nur zu fordern, sondern auch zu stärken: Weil gutes Leben vor der eigenen Haustür möglich sein soll.

Bürger wünschen sich Naturschutzkonzepte für Freiflächen

Eine Umfrage der LIGA (Lüner Initiative gegen globale Armut) ergab, dass dazu noch einige Wünsche offen sind: Radwege auszubauen und den Nahverkehr zu stärken z.B., und nachhaltig und fair für Rathaus und Stadtwerke einzukaufen. Naturschutzkonzepte für Freiflächen zu entwickeln wurde ebenso genannt wie Initiativen zum Artenschutz.

Eine halbe Stelle sieht aus wie fast nichts. Aber unabhängig von der Stundenzahl entsteht Nachhaltigkeit durch die Teilnahme aller. Jeder und jede kann und sollte mitmachen bei den Zielen der Agenda 2030 und z.B. Energie sparen, Plastik vermeiden, die Natur schützen und – damit Nachhaltigkeit auch Spaß macht –, ab dem 25. Mai beim „Stadtradeln“ mitfahren.

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