Ein Keller voller Kleidung: Kolping-Sammlung für guten Zweck

Aktion Rumpelkammer

Einst geliebt und gerne getragen, doch zum achtlosen Wegwerfen viel zu schade - die Aktion "Rumpelkammer" gibt Kleidung und Schuhe eine zweite Chance auf eine nachhaltige Wiederverwertung.

Lünen

, 08.03.2020, 09:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kolping-Bezirksvorsitzender Christian Döpper (vorne l.) dankte dem Helferteam für die Unterstützung, darunter (v.r.) Alicia und Christian Nolting sowie Mitglieder der Kolping-Jugend (im Hintergrund), die einen LKW mit Kleider- und Schuhspenden befüllten.

Kolping-Bezirksvorsitzender Christian Döpper (vorne l.) dankte dem Helferteam für die Unterstützung, darunter (v.r.) Alicia und Christian Nolting sowie Mitglieder der Kolping-Jugend (im Hintergrund), die einen LKW mit Kleider- und Schuhspenden befüllten. © Beuckelmann

Seit 53 Jahren findet jährlich die „Aktion Rumpelkammer“ des Kolpingwerks Lünen mit Kleider- und Schuhsammlungen statt. Am Samstag (7.3.) zeigte sich bei den Straßen- und Depotsammlungen, dass manchen Spendern sehr daran gelegen war, ihre Sachen in gute Hände abzugeben.

Zahlreiche Menschen kamen daher persönlich zur zentralen Sammelstelle an der Kupferstraße gegenüber der Aurubis-Verwaltung. „Tschüss alte Sachen, die ich mal geliebt habe“, verabschiedete sich Sigrid Zbick mit ihrem Ehemann Joachim von ihrer gut erhaltenen Kleiderspende.

Sigrid Zbick (M.) und ihr Ehemann Joachim (l.) übergaben ihre Kleider-Spende an Kolpingmitglied Hans-Jürgen Nitsch (r.), der sich sehr darüber freute.

Sigrid Zbick (M.) und ihr Ehemann Joachim (l.) übergaben ihre Kleider-Spende an Kolpingmitglied Hans-Jürgen Nitsch (r.), der sich sehr darüber freute. © Beuckelmann

Diese irgendwo anonym in einen Container zu werfen, sei ihr nicht recht bei Dingen, die noch gut verwertbar seien. „Wir wollen mit der Aktion etwas für die Nachhaltigkeit zu tun.“

Jugend packt mit an

Rund 50 ehrenamtliche Helfer, darunter sieben Jugendliche, waren im Einsatz und ernteten für ihr Engagement viel Anerkennung. „Wir haben treue Leute, die das ganze Jahr über zuhause Kleidung sammeln, sie nicht einfach in Container stecken und sie lieber uns geben. In Brambauer war es so, dass eine Familie anrief, die den Keller voll Bekleidung hat“, erklärte Kolpingmitglied Hans-Jürgen Nitsch.

Mit Helfern brachte er die Spende mit dem eigenen PKW zur Sammelstelle. „Es ist eine ganz tolle Geschichte“, lobte Nitsch die Kolping-Jugend, die an der Sammelstelle einen LKW befüllten. Darunter Paul Kupczyk (15), der bei der Aktion den Nachhaltigkeitsgedanken hervorhob.

Vereinzelt befand sich auch Müll in den Säcken, aber auch Spielzeugfiguren zählten zum Sammelgut. „Wer mich bekommt, soll mich lieb haben“ - mit dieser Aufschrift landete etwa ein Teddy-Bär zusammen mit Kleidung an der Sammelstelle.

Unterstützung für Bildungsangebote

Die Kleidungsstücke und Schuhe – geschätzt etwa fünf Tonnen (2019 waren es knapp sechs Tonnen) - wurden in einen holländischen Sortierbetrieb gebracht, fachgerecht per Hand sortiert und auf Wiederverwendungsmöglichkeiten geprüft. 50 bis 60 Prozent der Textilien würden ein neues Leben als Secondhandkleidung erhalten, so Kolping-Bezirksvorsitzender Christian Döpper. Er dankte Spendern und Helfern für ihre Unterstützung, darunter Aurubis, Bauverein zu Lünen, Bäckerei Wulf, Fleischerei Scharbaum und Firma Gockeln.

Der Sammelerlös soll regionalen Projekten und der internationalen Entwicklungshilfe dienen. Hierzu zählen Projekte in Lünen wie Seniorenausflüge, Kinder- und Jugend-Ferienfreizeiten sowie Familienbildung im Erzbistum Paderborn und Bildungsangebote für Jugendliche und Frauen in schwierigen Lebenslagen, wie etwa in den Partnerländern Honduras, Nicaragua, Dominikanische Republik oder Costa Rica.

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