Einige Lüner Supermärkte lassen Hamsterkäufe nicht mehr zu

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Engpässe in den Supermärkten. Das Corona-Virus treibt Verbraucher zu Hamsterkäufen. Nun gehen vereinzelte Lebensmittelanbieter in Lünen dagegen vor - eine Mengenbeschränkung soll helfen.

von Sina Osterholt

Lünen

, 16.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus beginnen Menschen Hamsterkäufe zu tätigen. Dagegen gehen einzelne Supermärkte in Lünen nun vor und verkaufen ihre Produkte nur noch in haushaltsüblicher Menge.

Penny und Ucar-Supermarkt steuern mengenmäßigen Verkauf

So will der Penny an der Jägerstraße keinen Verkauf von überdurchschnittlich großen Mengen an einzelne Kunden. „Nur in Ausnahmefällen darf der Kunde Hamsterkäufe betreiben“, sagt Service-Mitarbeiterin Karin Sileridamm. Dafür müsse ein nachvollziehbarer Grund vorliegen.

Auch im Ucar-Supermarkt an der Dortmunder Straße achte man darauf, dass der Bestand haltbarer Lebensmittel nicht von einem einzelnen Verbraucher vollkommen aufgekauft werde, so Inhaber Yunis Ucar. Wenn ein Kunde in der momentanen Situation ein paar Produkte mehr kauft, sage er nichts, solange die Menge haushaltsüblich sei. Darüber hinaus gestatte er den Kauf nicht. „Jeder braucht Lebensmittel und jeder soll sie bekommen“, sagt er.

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Die Warenbestellungen für die nächsten Wochen gestalten sich schwierig. Gerade in einem kleinen Supermarkt sei es sowieso schon eine Herausforderung, das Angebot immer wieder aufrecht zu erhalten. Wegen der Angst vor dem Virus würden vor allem Mehl und Konserven Mangelware in den Regalen sein.

Hamsterkäufe lassen das Ganze noch viel schwieriger gestalten. Ucar: „Demnächst wird sich die Lage eh stabilisieren, da die Kunden ihre Vorräte erst einmal verbrauchen müssen“.

Lidls wichtigstes Ziel sei es die „Warenverfügbarkeit für die Bevölkerung sicherzustellen“, teilt Pressesprecherin Melanie Pöter mit. Der Konzern habe für verschiedene Szenarien Prozesse entwickelt, die „den betrieblichen Ablauf in Lagern und Filialen unter besonderen Umständen sicherstellen“, wie zum Beispiel Umplanung von Logistikrouten.

Rewe und Kaufland lassen Hamsterkäufe zu

Bei Rewe gibt es nach Angaben von Pressesprecherin Kristina Schütz keine Mengenvorgabe. Trotz der hohen Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Konserven und Drogerieartikeln habe es keine auffälligen Lieferengpässe gegeben. Zwischenzeitlich sei es aber zu vereinzelten Regallücken gekommen: „Die Nachfrage der Kunden war hoch.“ Die Mitarbeiter seien mit dem Auffüllen der Regale nicht hinterher gekommen. Infolgedessen musste die Lieferung angepasst werden.

Kaufland an der Merschstraße werde auch weiterhin die Ware in großen Mengen verkaufen, so Hausleiter Emrah Öztürk. Der Supermarkt werde trotz Hamsterkäufen wegen Corona keine Beschränkungen einführen. „Wir zeichnen uns durch unsere Größe aus“, sagt Öztürk. Im Gegensatz zu anderen Anbietern könne der Bestand durch zwei Lieferungen pro Tag immer wieder gedeckt werden.

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