Einmalige Sache: Großzügige Fliesenspende für geplantes Krankenhaus in Ghana

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Dr. Samuel Okae (39) kam schon vor zehn Jahren auf die Idee, eine Klinik in einem Vorort von Accra, der Hauptstadt Ghanas zu bauen. Die Idee nimmt immer mehr Gestalt an, dank vieler Spenden.

Lünen

, 08.09.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist nicht alltäglich: Eine Großspende mit rund 1.200 Quadratmeter Fliesen wurden am Samstag (7.) auf dem ehemaligen Schlachthof-Gelände in einen See-Container verladen, um sie nach Ghana für einen Krankenhausbau mit rund 100 Betten, davon 30 für Kinder zu transportieren. Bürger, Firmen, Ärzte und Krankenhäuser aus Lünen, Dortmund und Umgebung helfen mit.

Um die hohe Sterblichkeit zu senken, kam Dr. Samuel Okae (39), Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie an den Städtischen Kliniken Dortmund, vor zehn Jahren auf die Idee, eine Klinik in einem Vorort von Accra, der Hauptstadt Ghanas zu bauen.

350.000 Euro in Projekt investiert

Okae kaufte ein Grundstück, steckte rund 350.000 Euro und viel Energie in sein Projekt, das sich künftig nach dem Prinzip der Solidaritätsmedizin finanzieren soll. 2011 begann der Bau und macht Fortschritte dank Spenden und engagierter Helfer.

Dazu zählt Petra Griewel aus Lünen, die mit ihrem Mann Hans-Georg das Projekt unterstützt und die Fliesen-Spende von der Firma Linnenbecker aus Dortmund und Bottrop akquiriert hat. Sie beinhaltet drei Ladungen von jeweils 1.200 Quadratmetern. Eine Container-Verschiffung kostet alleine etwa 12.000 Euro, dafür werden dringend Geldspenden gebraucht.

Spende des Klinikums

Im Helferteam engagieren sich auch Gabriele und Matthias Beckmann, ehemaliger Technikleiter am St.-Marien-Hospital. Sie freuen sich über eine Spende des Lüner Klinikums: eine Sterilisationsanlage, viele Stühle und Tische. Ein Röntgengerät und anderes medizinisches Equipment wurde von weiteren Spendern bereit gestellt.

Dr. Okae, der bei der Übergabe der Fliesen mit anpackte, freut sich, dass das Projekt Fortschritte macht und dankt auch Heinrich Milk als Eigentümer des ehemaligen Schlachthof-Geländes, damit Container hier kurzzeitig stehen können.

Nach der Fertigstellung der Klinik, voraussichtlich im Jahr 2020, möchte Dr. Okae, der vor 18 Jahren nach Deutschland kam, um an der Charité Medizin zu studieren, nach Ghana zurückkehren. In der Klinik möchte er den Menschen helfen. Vor allem Malaria und Cholera würden für Kinder und Mütter oft tödlich enden, so der Mediziner, der Vater von fünf Kindern ist.

Weitere Spenden nötig

Benötigt werden unter anderem noch Laborgeräte für Blutbilder, Klimageräte, Ventilatoren, Fenster (60x60 und 100x100 cm) und Geldspenden. Konto: „Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V.“, IBAN: DE41440400370322221300, BIC: COBADEFFXXX, Commerzbank. Infos unter Tel. (0173) 5 72 40 00, oder odurookae@gmx.de und online www.krankenhaus-ghana.com

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