Eltern misshandelten acht Wochen alten Säugling

Bewährungsstrafen

Die jungen Eltern waren mit ihrer kleinen Tochter völlig überfordert. Das Eingreifen einer Nachbarin, von Ärzten und Jugendamt führte dazu, dass der misshandelte Säugling in eine Pflegefamile kam. Am Dienstag beschäftigte sich das Amtsgericht Lünen mit den Misshandlungen.

LÜNEN

von Von Heinrich Höckmann

, 09.08.2011, 14:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der junge Vater verliert seine Arbeit, er will sich nun intensiv um die Tochter kümmern. Doch damit ist er schnell überfordert und fängt an zu trinken. Der Mutter bleiben Verletzungen und blaue Flecken nicht verborgen, doch zum Arzt gehen die Eltern mit ihrem Kind nicht. Am 27. Oktober, da hat der Säugling schon drei Tage nicht mehr getrunken, kommt die Nachbarin vorbei.  L. Zustand alarmiert sie, und sie besteht darauf,  das Kind in die Kinderklinik nach Datteln zu bringen.

Das, so stellt sich heraus, hat der kleinen L. das Leben gerettet. Die Ärzte stellen Hämatome und Wunden am ganzen Körper fest. An einem Unterschenkel und einer Rippe stellen sie verheilte Brüche fest. Der Genitalbereich ist völlig wund und von einem Pilz befallen, eine Folge mangelnder Hygiene. Der Rachen und der Hals sind verbrüht, was zu Schluckbeschwerden geführt hat. Durch die verminderte Zufuhr von Flüssigkeit ist L. vollkommen ausgetrocknet und es ist bereits zu einer Nierenfunktionsstörung gekommen. L. lebt heute in einer Pflegefamilie, es geht ihr gut. Das Gericht verurteilt die Eltern wegen gefährlicher Körperverletzung und Missbrauchs von Schutzbefohlenen nach Jugendstrafrecht zu je zwei Jahren Haft, ausgesetzt zur Bewährung auf drei  Jahre. Der Vater muss zusätzlich 1300 Euro an einen Hilfsverein zahlen, die Mutter 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die beiden wollen nun für ein Umgangsrecht mit ihrer Tochter streiten.

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