Die KKG erhält einen Neubau. Bis der fertig ist, werden die Schüler in Containern unterricht - die eine Größe von 56 Quadratmetern haben, wie Nicole Kleine weiß. „Da sitzen dann 30 Schüler drin, bei unseren großen Klassen. Und im Geschäft braucht man 20 Quadratmeter, wenn einer einkaufen will. Das entsetzt mich.“ © Günther Goldstein
Coronavirus

Eltern sauer: NRW verbietet geteilte Klassen an Gesamtschule in Lünen

Es war ein Sonderweg, als der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Corona-Situation die Schulschließung drohte. Er funktionierte gut. Die Bezirksregierung pfeift die Schule aber nun zurück.

Es war Freitagmittag, als die Eltern die Nachricht erhielten, die sie wütend und fassungslos zugleich machte: Ab Montag (30. November) sollen alle Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wieder regulär unterrichtet werden. Die kurze Zeit, in der die Klassen geteilt waren und tageweise versetzt unterrichtet wurden, sind vorbei. „Das hat eine Woche lang super funktioniert“, sagt Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole Kleine. „Alle Eltern haben das uneingeschränkt mitgetragen.“

Bezirksregierung teilt neuen Erlass mit

Doch in der Ministerpräsidentenkonferenz haben Schulministerium und Bezirksregierung Arnsberg am Freitag neu entschieden: Für alle Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis sieben sowie Abschlussklassen gilt ab spätestens Mittwoch wieder klassischer Präsenzunterricht. „Da können wir auch ab Montag wieder normal arbeiten“, bestätigt Schulleiter Reinhold Bauhus, dass das Corona-Schutzkonzept der Schule nicht länger umgesetzt wird. „Denn nur die Klassen acht und neun weiter zu teilen, das macht keinen Sinn“, erklärt der Schulleiter.

Kommentieren mag er die Entscheidung aus Düsseldorf nicht. „Das steht mir auch nicht zu“, sagt der Schulleiter. Die Eltern indes nehmen kein Blatt vor den Mund: „Wir sind sehr erbost, was Arnsberg mit dem Ministerium da entschieden hat“, sagt Stadtschulpflegschaftsprecher Robert Goelzner, der selbst Kinder an der Schule hat. „Wir sind absolut gegen diese neue Entscheidung und werden alle Mittel dagegen nutzen, die uns zur Verfügung stehen“, sagt Goelzner.

Für die Eltern ein Erfolgsmodell auf allen Ebenen

Denn die Eltern sahen ihre Kinder nicht nur gut vor dem Virus geschützt, sondern auch gut im Stoff. Die Lehrer seien in Fragen der Arbeitssicherheit unterstützt worden. „Es gab ja nur halbe Klassen. Das war ein ganz anderer Unterricht. Viel intensiver“, schildert Nicole Kleine. „Auch die Schulbusse waren nie voll.“

Die Zahl der Lehrer in Quarantäne, so weiß Goelzner, konnte von 25 auf 4 reduziert werden. Die Zahl der isolierten Schüler von 180 auf 130. Zahlen, die auch Schulleiter Bauhus bestätigt. Und der Unterrichtsstoff? „Wir wussten, dass wir im Fokus stehen. Ich hatte immer wieder Rücksprache mit den Kollegen, wie die Lehre läuft. Aber es gab nichts Negatives zu bemerken.“ Mittels Klassenarbeiten und Lernstandserhebungen sollte das noch valide überprüft werden. „Aber die Chance hat man uns nun genommen“, sagt Bauhus.

Schulleiter sorgt sich um die Zukunft

Der hat nun Angst vor der Zukunft: Mit dem aus der Not geborenen Corona-Konzept hatte man die drohende Schulschließung verhindern können. Bei den hohen Inzidenzzahlen in Lünen würde die Corona-Welle die Schule aber nun wohl erwischen. „Und dann fehlen bei 20 bis 25 Prozent der Schüler digitale Endgeräte für den Unterricht auf Distanz. Diese Schüler werden wir verlieren“, so Bauhus.

Über die Autorin

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.