Entlastung der Elsa-Brändström-Straße: Verwaltung und Politik streiten über Möglichkeiten

mlzVerkehr in Brambauer

Um die Elsa-Brändström-Straße zu entlasten, könnte eine neue gebaut werden. Das sollte die Verwaltung prüfen. Die Prüfung hat die Politik nicht zufriedengestellt. Das Ergebnis: Ein Kompromiss.

Brambauer

, 20.02.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem Antrag aus dem Mai 2019 hatte die CDU die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, ob eine Verkehrsanbindung ans Gewerbegebiet Achenbach I/II die Elsa-Brändström-Straße entlasten könnte. Schließlich sei die Elsa-Brändström-Straße „extrem überlastet“, man könne kaum noch in die Brechtener Straße abbiegen.

Entlastung könnte eben mit einer Verbindung über die alte Werkszufahrt der Zeche zur Wilfried-Diekmann-Straße im Gewerbegebiet kommen.

Deutliche Absage der Verwaltung

In einer Stellungnahme erteilte die Verwaltung der Idee eine deutliche Absage - dafür gab‘s am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung Ärger aus Reihen der Politik. Da nämlich wurde die Verwaltungsvorlage diskutiert.

In der hieß es unter anderem, eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2017 würde die „extreme Belastung“ der Elsa-Brändström-Straße nicht bestätigen.

Der Straßenbau würde überdies „enorme finanzielle Aufwendungen zur Folge haben“, außerdem sei „kaum denkbar“, dass die Straße wegen der geringen möglichen Breite auch für Lkw nutzbar würde. Deswegen, heißt es in der Stellungnahme, sollten für die Prüfung keine weiteren Mittel aufgewendet werden.

„Tiefe Lustlosigkeit“, „ziemliche Frechheit“

CDU-Ausschussmitglied Paul Jahnke fand, die Verwaltung habe mit der Stellungnahme „die Prüfung der Machbarkeit weit verfehlt“, er vermutete eine „tiefe Lustlosigkeit“ im Technischen Rathaus. Sein Fraktionskollege Arno Feller polterte noch deutlicher: „Das ist eine ziemliche Frechheit, was die Verwaltung da vorgelegt hat.“

GFL und SPD waren mäßiger im Ton, monierten aber gleichsam fehlende Informationen in der Stellungnahme - zum Beispiel konkrete Zahlen über die erwarteten Kosten.

Am Ende gibt es einen Kompromiss

Benjamin Köttendorf, Leiter der Abteilung Mobilitätsplanung und Verkehrslenkung, widersprach den Vorwürfen der Politik: „Wir drehen nicht nur Däumchen und warten auf Ihre Prüfaufträge.“ Stadtplaner Thomas Berger gab zu bedenken, dass eine gründliche Prüfung nicht aus der Verwaltung heraus zu leisten wäre - und somit Geld für externe Planer eingeplant werden müsse. Das ginge wohl frühestens 2021.

Am Ende einigten Politik und Verwaltung sich auf einen Kompromiss: Die Fachabteilung soll bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses noch einmal genauer prüfen und möglicherweise Zahlen vorlegen. Die Politiker indes wollen sich vor Ort noch einmal umsehen und sich mit der tatsächlichen Situation vertrauter machen.

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