Der Bagger hat schon ganze Arbeit geleistet auf der ehemaligen Mercedes-Fläche neben der Kurt-Schumacher-Straße (Bild) in Lünen. © Günther Goldstein
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Ex-Mercedes-Fläche in Lünen: Abbruch schreitet voran – anders als geplant

Erst einmal nur entkernen. Das war der Plan bei den Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Mercedes-Gelände mitten in Lünen. Inzwischen geht der Baggerführer der Märkischen Tiefbau anders vor.

Zwei Wochen lang werde es eigentlich nicht viel zu sehen geben. Das hatte Uwe Pamp, Chef der Märkischen Tiefbau GmbH aus Lünen, am 24. Juli gesagt, als der Bauverein zu Lünen die Abbrucharbeiten auf der ehemaligen Mercedes-Fläche ankündigte: dem innerstädtischen Filet-Grundstück, das der Bauverein Ende vergangenen Jahres von der Stadt Lünen gekauft hatte, um dort einen Gebäudekomplex mit Geschäften und 50 Wohnungen zu errichten. Damals hatte Pamp kräftig untertrieben.

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Ex-Mercedes-Fläche

Wo einst der Verkaufspavillon stand für die neuen Mercedes-Limousinen, liegt jetzt ein Haufen Holz. Und er wird minütlich größer. Die Baggerschaufel kämmt sich unermüdlich durch den Berg und fischt immer wieder einzelne Elemente heraus: Metallteile, die sie in einen separaten Container packt.

„Mit einem Magneten“, erklärt Andreas Zaremba, Vorstand des Bauvereins zu Lünen. Er hat einen Logenplatz, um den Fortschritt der Abrissarbeiten zu beobachten. Der Bauverein residiert auf der anderen Straßenseite der Langen Straße, gegenüber der Mercedesfläche an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/Viktoriastraße.

Zwei Schichten Dämmwolle führen zum Umdenken

Das Dach des ehemaligen Autohauses aus den 1960er-Jahren ist schuld, dass die Abbrucharbeiten einen anderen Weg eingeschlagen haben als ursprünglich geplant. „Wir haben festgestellt, dass es doppelt gedämmt war“, sagt Uwe Pamp von der Märkischen Tiefbau. Zwei Schichten Dämmwolle, Mit denen nicht zu rechnen war. Und deren Entsorgung nicht auf sich warten lassen durfte – aus mehreren Gründen.

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Abbruch Mercedes-Fläche

Inzwischen sind die künstlichen Mineralfasern – Experten sprechen nur von KFM-Wolle – in weiße Tüten verpackt. Nicht etwa, weil das Material asbesthaltig und damit giftig wäre. „Das ist nicht der Fall“, sagt Pamp. Es gehe darum,dass es bei Wind nicht weggetragen werden solle. Und dass es sich nicht mit Wasser vollsaugt. Denn das mache die Wolle schwer und ihre Entsorgung teurer.

Baugrund war einst ein Flussbett

Noch liegt der Bauschutt auf dem Grundstück. Der Abtransport erfolgt ab nächste Woche (10. 8.), wenn es richtig zur Sache gehen wird. „Noch vier Wochen“, schätzt Pamp, „dann wird alles erledigt sein“. Für den Bauverein beginnt dann die Phase des Untersuchens. Und Wartens.

Die Seseke hatte einst ihr Flussbett auf dem heutige Eckgrundstück: eine besondere Herausforderung bei der Gründung der neuen Gebäude. Wie genau es um den Baugrund bestellt ist, sollen Untersuchungen ergeben. Danach heißt es Warten: gut ein Jahr. So lange wird es dauern, bis der Bebauungsplan aufgestellt ist und nach dem Abbruch der Bau beginnen kann.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe
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