Fahrrad-Airbag verhinderte schlimme Verletzungen

Lüner stürzte vom Rad

Der Sturz mit dem Fahrrad hätte für Klaus-Peter Waldner (70) böse enden können. Dass er glimpflich verlief, verdankt der passionierte Radler einem besonderen Schutz: dem Fahrrad-Airbag. Den trägt er wie einen Kragen. Darin steckt jede Menge Technik.

LÜNEN

, 09.02.2016, 06:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Sturz mit dem Fahrrad ist für Kaus Peter Waldner glimpflich ausgegangen, dank des ausgelösten Fahrrad-Airbags. Der hat sich wie ein Kissen um Kopf und Nacken gelegt.

Der Sturz mit dem Fahrrad ist für Kaus Peter Waldner glimpflich ausgegangen, dank des ausgelösten Fahrrad-Airbags. Der hat sich wie ein Kissen um Kopf und Nacken gelegt.

Am Samstag radelte Waldner vom Karnevalsumzug Lünen-Süd durch die Marktstraße nach Hause. Zwei Mädchen liefen herum, eines hörte weder sein Klingeln noch die Rufe der Mutter. Waldner musste stark bremsen und kippte zur Seite. Blitzschnell löste der Airbag aus und legte sich wie ein schützendens Kissen um Kopf und Nacken. „Das hat einen richtigen Knall gegeben“, beschreibt Waldner den Moment, in dem die Gaspatrone aktiv wurde.

Wenn er den Kragen umlegt, aktiviert er per Knopfdruck den Schutzmechanismus. Sensoren registrieren sämtliche Bewegungen. Bei einem Unfall geht ein Signal an den Gasgenerator. Dann pustet sich der Schutz auf. Ein bisschen erinnert der Airbag an eine Trockenhaube. „Er hat schon ein gewisses Gewicht“, sagt Waldner. Damit die Technik funktioniert, muss er sie per USB-Stick aufladen.

Airbag statt Fahrradhelm

Die Leute seien nach dem Unfall stehengeblieben – wohl auch, weil ein Kopf-Airbag für Radfahrer etwas recht Ungewöhnliches ist. Klaus-Peter Waldner ist das einzige Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), Ortsgruppe Lünen, das diese technische Neuerung nutzt, so Sprecher Reinhard Koch. „Der Fahrradhelm drückte und ich bekam trotz Nachpolsterung Kopfschmerzen“, beschreibt Waldner, warum er lieber den Kragen trägt.

Den Tipp bekam der Lüner beim Kauf seines neuen E-Bikes. Da erhielt er den Link zu einer TV-Total-Sendung von Stefan Raab, in der der Rad-Airbag vorgestellt wurde. Klaus Peter Waldner bestellte ihn und fährt seit November 2015 nicht mehr ohne.

Untersuchung im Krankenhaus

Der Sturz am Samstag hatte noch ein Nachspiel. Zuhause wurde dem 70-Jährigen schlecht und er bekam Kopfschmerzen. Die Nachbarin fuhr ihn ins Krankenhaus. Eine CT-Untersuchung ergab: Kopf und Wirbelsäule sind in Ordnung. „Optimal, dass nicht mehr passiert ist“, sagt er.

Mit seinem E-Bike legte Waldner in 17 Monaten 5400 Kilometer zurück. Für ihn ist Radfahren das beste Training nach seinem Hinterwandinfarkt – und der Airbag ein Schutzengel. 

Video: Der Fahrrad-Airbag im Test

Der Hövding-Fahrrad-Airbag
Der ist eine Alternative zum Fahrradhelm. Der Airbag schützt bei einem Sturz Nacken und Kopf. Er kam nach einem intensiven Forschungs- und Entwicklungsprozess im Jahr 2011 auf den Markt. Bisher wurde er über 14.000 mal verkauft.

Lesen Sie jetzt