Maske tragen auf dem Fahrrad: Manche in Lünen haben das schon immer so praktiziert. © Nora Varga
Coronavirus

Fahrradfahren mit Maske? Landesregierung beantwortet Frage aus Lünen

Müssen auch Radfahrerinnen und Radfahrer einen Mund- und Nasenschutz tragen? Die Stadtverwaltung Lünen war sich nicht sicher und hat beim Land nachgefragt. Inzwischen gibt es die Antwort.

Die Gesichtsmaske schützt einen selbst und die Mitmenschen. Das hat sich inzwischen herumgesprochen – in der Fußgängerzone, in Kaufhäusern, Praxen, Bussen und Bahnen, bei Ratssitzungen und auf Spielplätzen. Aber auf dem Fahrrad auch?

Im November hatte es die Stadt Lünen noch offen gelassen, ob auch Fahrradfahrerinnen und -fahrer in der Innenstadt und überall sonst, wo das zurzeit vorgeschrieben ist, einen Mundschutz tragen müssen. Sie hatte auf eine entsprechende Anfrage verwiesen, die sie beim Land gestellt hatte. Inzwischen hat Lünen eine Antwort aus Düsseldorf.

Maskenpflicht besteht für alle – ohne Ausnahme

Wie die Antwort ausgefallen ist, haben inzwischen mehrere Radlerinnen und Radler unmittelbar erfahren. Das Team des Ordnungsamtes hat sie etwa am Mittwoch (2.12.) auf der Münsterstraße angehalten und streng angesprochen: .„Auch Sie müssen hier Mund- und Nasenschutz tragen!“ Die Maskenpflicht bestehe für alle Personen, die sich in den entsprechend ausgewiesenen Bereichen aufhalten, bestätigt Alexander Dziedeck von der Lüner Pressestelle. Das habe die Anfrage an das Land ergeben.

Eine generelle, bundesweite Maskenpflicht gibt es allerdings nicht beim Fahrradfahren in Deutschland. Es gibt Kommunen, die bewusst Ausnahmen gestatten – etwa Berlin, Hamburg, Augsburg und Ulm.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) kommt eine Maskenpflicht auf dem Rad nicht gut an – nicht nur, weil unterwegs schnell die Brille beschlägt. „Die Gesundheit der Menschen hat für uns höchste Priorität und Maskentragen ist eine wichtige Maßnahme, wenn kein Abstand gehalten werden kann“, sagt Thomas Semmelmann, der Landesvorsitzende des ADFC NRW. Wenn aber Abstand gehalten werden könne – das sei oft der Fall -, empfinde er den Mund- und Nasenschutz für Radfahrer als überzogen.

ADFC kritisiert Maskenpflicht auf dem Rad

Er befürchtet sogar, dass seine Akzeptanz insgesamt darunter leide. Der ADFC fordert, dem Radverkehr lieber mehr Platz auf der Straße einzuräumen, damit sich Menschen auf dem Rad unterwegs erst gar nicht zu nahe kommen. Semmelmann empfiehlt auch, über ein Corona-Grün nachzudenken, damit sich der Radverkehr nicht vor roten Ampeln knubbele. Außerdem solle die Benutzungspflicht von Radwegen ausgesetzt werden.

Wer als Radler in Lünen ohne Maske angetroffen wird, muss genauso viel Bußgeld zahlen wie ein Fußgänger ohne Maske: 50 Euro. So sieht es auch der Bußgeldkatalog des Landes zur Coronaschutzverordnung vor, an der sich die Stadtverwaltung orientiert hat. Die Ausweisung von Gebieten, in denen Maskenpflicht besteht, ist ebenfalls Sache der Kommunen. In Lünen handelt es sich um Bereiche in der Innenstadt und der Altstadt, außerdem um einen Teil der Waltroper Straße im Brambauer.

Hier gilt überall Maskenpflicht in Lünen

Innenstadt:

  • Lange Straße zwischen Lippebrücke und Wallgang
  • Goldstraße
  • Bäckerstraße zwischen Lange Straße und Mauerstraße
  • Marktstraße zwischen Goldstraße und Bäckerstraße
  • Stadttorstraße
  • Kirchstraße im Bereich Durchgang zwischen den Häusern Lange Straße 18 und 20
  • Altstadt:
  • Münsterstraße zwischen Lippebrücke und Eisenbahnbrücke inklusive Bahnhofsvorplatz und Spielplatzbereich am Tobiaspark
  • Rosenstraße
  • Engelswiese im Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB)
  • Cappenberger Straße zwischen Münsterstraße und Kreuzung mit der Kurt-Schumacher-Straße/Konrad-Adenauer-Straße

Brambauer:

  • Waltroper Straße zwischen Kreuzung mit Königsheide/Mengeder Straße und Kreuzung mit Heinrichstraße/Ottostraße
Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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