Feinstaub an Silvester: Mess-Werte zeigen, wie schlecht die Luft in Lünen war

mlzBöller und Raketen

Schlechte Sicht an Silvester - mancherorts konnte man auch in Lünen die eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen. Das Ganze ging mit schlechter Luftqualität einher. Das Problem: Feinstaub.

Lünen

, 03.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Neujahrsnacht war die Sicht teilweise gleich 0: Dichter Nebel machte die Orientierung zeitweise unmöglich, die Folge waren unter anderem mehrere Unfälle auf der A2. Der Nebel war nicht allein natürlichen Ursprungs, für dicke Luft sorgte auch das private Silvester-Feuerwerk der Lüner.

Deutlich höhere Werte in diesem Jahr

Der Rauch nämlich konnte schlecht abziehen, es gab wenig Wind und kaum Austausch zwischen den Luftschichten. Das führte auch dazu, dass die Feinstaub-Werte in der Luft extrem anstiegen. Exemplarisch zeigt das die Mess-Station in Niederaden, die einzige mit stündlich aktualisierten Daten.

Die gestrichelte Linie zeigt den Tagesmittel-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³). Die rote die tatsächlich gemessenen Werte um den Jahreswechsel. Der Grenzwert darf an nicht mehr als 35 Tagen pro Jahr überschritten werden. Die Mess-Station steht hinter der Kita an der Kreisstraße.

Feinstaub an Silvester: Mess-Werte zeigen, wie schlecht die Luft in Lünen war

Die Mess-Station in Niederaden an der Kreisstraße. © Lanuv

Die gelbe Linie zeigt außerdem: Im Vergleich zum letzten Jahr waren die Feinstaub-Werte in diesem Jahr deutlich schlechter mit einem Höchstwert von 124 µg/m³ und damit in der schlechtmöglichsten Kategorie des Umweltbundesamtes. „Negative gesundheitliche Auswirkungen können auftreten. Wer empfindlich ist oder vorgeschädigte Atemwege hat, sollte körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden“, heißt es dazu.

Dass Feinstaub ein Gesundheitsproblem werden kann, ist längst medizinisch erwiesen. Die kleinen Partikel dringen in die Atemwege ein, teilweise sogar in die Blutbahn und können Krebs, Herz- oder Hirn-Erkrankungen auslösen.

Antrag auf Böller-Verbot gescheitert

Die Deutsche Umwelthilfe hatte noch im Dezember gefordert, die Stadt möge ein Feuerwerks-Verbot für den Jahreswechsel aussprechen. Die Stadt lehnte ab, es gebe keine Veranlassung. Außerdem gebe es keine rechtssichere Möglichkeit für ein Verbot, hieß es.

Auf Anfrage konkretisierte die Stadt jetzt, die Werte in Niederaden seien „über das Jahr nicht problematisch“, an der Einstellung zum Thema „Feuerwerksverbot“ habe sich weiterhin nichts geändert.

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Nicht nur in Lünen führte die Silvester-Böllerei zu schlechten Luft-Werten, demnach werden jährlich 4200 Tonnen Feinstaub durch Feuerwerk frei gesetzt, größtenteils in der Silvesternacht. Das wiederum macht zwei Prozent der jährlichen Gesamtmenge in Deutschland aus. Der Rat des Umweltbundesamtes: „Wenn Sie zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchten, können Sie Ihr persönliches Feuerwerk einschränken oder sogar ganz darauf verzichten.“

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