Feinstaub in Lünen: Maßnahmen zeigen Wirkung in der Frydagstraße

mlzWeniger Überschreitungen

Die schlechtesten Feinstaubwerte Deutschlands wurden 2018 in Lünen gemessen. Das Problem mit dem Feinstaub hat die Stadt mittlerweile offenbar im Griff. Mit einfachen Maßnahmen.

Lünen

, 16.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An 564 Messstellen messen die Umweltämter in Deutschland die Schadstoffe in der Luft, unter anderem den Feinstaub-Gehalt. Der Grenzwert darf an einer Messstelle nicht mehr als 35 Mal im Jahr übertreten werden. Das hat überall geklappt. Nur in Lünen nicht. Da waren es 36 Übertretungen.

Deutschlandweit schlechtester Feinstaub-Wert

Damit hatte Lünen deutschlandweit die schlechtesten Werte, allerdings liegt der Messpunkt an der Frydagstraße auch mitten im Industriegebiet. Die Bezirksregierung Arnsberg, der Kreis Unna und die Stadt Lünen hatten kurz darauf Maßnahmen gestartet, die die Werte wieder verbessern sollten. Das hatte das Umweltministerium NRW so gefordert.

Die Maßnahmen waren offenbar erfolgreich, wie Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, auf Anfrage mitteilt. „Die Kollegen sind vorsichtig optimistisch“, sagt er.

Feinstaub in Lünen: Maßnahmen zeigen Wirkung in der Frydagstraße

Die Messstation an der Frydagstraße © Goldstein

Viele kleine Bausteine seien umgesetzt worden. Unter anderem wird die Straße jeden Tag von einem Wagen der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) nass gereinigt.

Feinstaub wird weggeputzt

„Der Staub von der Straße wird entfernt und Verwirbelungen durch den Fahrzeugverkehr werden damit vermindert“, sagt Stadt-Sprecher Benedikt Spangardt. Diese Reinigungen würden 2020 fortgesetzt.

Außerdem liefen und laufen Gespräche mit den anliegenden Firmen, ob in deren Produktionsablauf verbessert werden kann. „Das bleibt unsere Aufgabe“, sagt Söbbeler.

Bisher habe es an der Frydagstraße 23 Überschreitungstage gegeben, der Großteil davon noch in den ersten Monaten des Jahres. „Die Kurve scheint sich nach unten zu bewegen“, sagt Söbbeler.

Darum ist Feinstaub gefährlich

Feinstaub-Partikel sind deshalb so gefährlich, weil sie über die Luft tief in den Körper eindringen und dort laut BUND unter anderem Krebs, Asthma, Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können. Laut Weltgesundheitsorganisation können bereits zehn Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft eine Verkürzung der Lebenserwartung der gesamten Bevölkerung um durchschnittlich ein halbes Jahr bewirken.

Der Grenzwert, der 2018 in Lünen so häufig überschritten wurde, liegt erst deutlich höher, nämlich bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Schlechte Werte schon vor 10 Jahren.

Schon beim Genehmigungsverfahren für das Trianel-Kraftwerk war aufgefallen, dass es dort Probleme mit der Luftqualität gibt. Von 2009 bis 2010 gab es dort sogar 39 Überschreitungen. Danach waren die Werte wieder rückläufig.

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