Das Team des Lüner Kinofestes beim 30. Kinofest 2019 (v.l.) Nicole Bacher, Peter G. Dirmeier, Sven Ilgner Katharina Schröder, Stefanie Görtz, Dr. Anke Höwing, Maxi Braun, Mike Wiedemann und Fabian Busch. © Günter Blaszczyk
Kinofest

Festivalleiter Wiedemann: Warum wird Kino Film Fest schlecht geredet?

Unruhe ums Kinofest und Kino Film Fest - in diesen Tagen preschte der City Ring vor und forderte das Kinofest 2021 im alten Glanz und mit Pro Lünen. Nun äußert sich der Festivalleiter.

Mit vielen prominenten Gästen wie Axel Prahl, Bastian Pastewka oder Armin Laschet feierten Filmfreunde und Organisatoren im November 2019 das 30. Kinofest Lünen. Danach begannen die Festivalleiter Mike Wiedemann und Sven Ilgner schon mit den Planungen für das 31. Kinofest im November 2020.

Doch dann kam Corona. Die Berlinale im Februar und damit der Empfang des Kinofestes in den Hackeschen Höfen konnten noch stattfinden. Wenige Wochen später der erste Lockdown, die Kinos geschlossen, auch die Lüner Cineworld.

Im Sommer beschloss der Veranstalter des Kinofestes, der Verein „Pro Lünen“, das 31. Kinofest nicht stattfinden zu lassen. Begründung: Die Corona-Pandemie und die Folgen.

Kleineres Festival für Filmfreunde

Damit es doch nicht das erste Jahr in Lünen seit 1990 ohne Film Festival wird, entschieden sich die beiden Kinofest-Leiter Mike Wiedemann und Sven Ilgner, ein kleineres Festival zu organisieren. Als Veranstalter schlossen sie sich mit Dr. Anke Höwing zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammen. Anke Höwing unterstützt das Kinofest seit dem ersten Festival, ist seit langem Vorsitzende des Kinofest-Komitees.

Wiedemann sagt: „Das Kino Film Fest Lünen 2020 war eine Initiative von Anke Höwing, Sven Ilgner und mir. Absicht war ausschließlich, für die Lüner ein kleines, intensives Filmfest zu veranstalten, wenn es schon wegen Pandemie kein übliches großes Kinofest im gewohnten üppigen Rahmen geben kann. Nun ist auch das der Pandemie zum Opfer gefallen.“

Überraschender Appell des City Rings

Das Team der Cineworld war sofort mit von der Partie, gemeinsam wollte man das kleinere Fest des deutschen Films Anfang November starten. Doch dann mussten die Kinos wieder schließen. Verschiebung auf den Dezember. Weil die Kinos allerdings noch weiter geschlossen sind, sagten die Veranstalter schweren Herzens komplett für 2020 ab.

Nun meldete sich der City Ring zu Wort und appelliert an Pro Lünen, doch wieder als Veranstalter einzusteigen und im November 2021 doch wieder das Kinofest im alten Glanz stattfinden zu lassen.

Ein Vorpreschen, das Mike Wiedemann irritiert hat, zumal das Kino Film Fest in diesen Stellungnahmen negativ dargestellt wurde: „Warum diese für Lünen wichtige und von ganz vielen Lünern als sinnvoll empfundene Maßnahme jetzt auf einmal vom City Ring und Pro Lünen via Ruhr Nachrichten schlecht geredet wird und dann noch zu allem Überfluss mit einem Foto garniert wird, das ein abgerissenes Plakat des Kino Film Festes zeigt, das verstehe ich nicht.“

Pandemielage ist entscheidend

In welcher Form ein Filmfestival im nächsten Jahr in Lünen stattfinden kann – das, so Wiedemann, wird sich nach der Pandemielage richten müssen. „Die Lüner wollen Filme sehen, wenn das geht, dann geht es, wenn nicht, dann geht es nicht.“

Angesichts der derzeit hohen Infektionszahlen könne das Motto momentan nur lauten: Abwarten und Tee trinken. Das müsse übrigens nicht nur für Filmfestivals gelten, sondern, so Wiedemann, eigentlich auch für den Fußball.

Klar ist schon einmal, dass das nächste große Film-Festival nur digital stattfinden kann – das haben die Organisatoren des renommierten Max-Ophüls-Festivals in Saarbrücken schon bekannt gegeben.

Wie es im Februar mit der Berlinale aussehen wird, steht naturgemäß noch nicht fest. Wiedemann: „Ich kann mit derzeit nicht vorstellen, dass es eine Eröffnung mit rotem Teppich und 2000 Gästen im Berlinale-Palast geben wird oder einen gut besuchten Empfang in der NRW-Landesvertretung.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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