Feuer auf Victoria: Wie die Feuerwehr durch glückliche Umstände einen Großbrand verhinderte

mlzHalde Victoria

Zunächst nur zu Fuß konnten die Feuerwehrleute am Mittwoch das Feuer auf der Halde Victoria erreichen. Beim Löschen half dann neben dem Können auch ein glücklicher Umstand.

Lünen

, 05.07.2019, 11:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Minute vor zwölf ging am Mittwochmittag der Alarm los: Mehrere Lüner meldeten eine Rauchwolke auf der Halde Victoria. Die Feuerwehr rückte mit 30 Mann aus, suchte zunächst an der Mersch hinter den Geschäften. Zu sehen war dort aber zunächst nichts. Also machte man sich gemeinsam mit der Polizei zu Fuß auf den Weg Richtung Halde Victoria. Und entdeckte auf der Brachfläche brennenden Müll: Unrat, Paletten und Möbel. Inzwischen hatte auch ein Baum Feuer gefangen.

Brandherd war für die Feuerwehr nur schwer zu erreichen

Das Problem: Für die Löschfahrzeuge der Feuerwehr war diese Stelle nicht zu erreichen. Das Glück: Das Feuer war auf einer kleinen Lichtung ausgebrochen. Das verhinderte, dass die Flammen sich schnell auf benachbarte Bäume ausbreiten konnten.

Die Feuerwehrleute suchten sich den Weg schließlich von der anderen Seite der Brachfläche aus: Von der Westfaliastraße ging es über den Verkehrsübungsplatz Richtung Feuer. Dann verlegten die Feuerwehrleute 150 Meter Schläuche und kamen so mit dem nötigen Löschwasser aus einem Tanklöschfahrzeug an das Feuer heran. Die Flammen züngelten nach Angaben der Feuerwehr auf einer Fläche von rund 30 Quadratmetern. Dass die nächsten Bäume drei, vier Meter Abstand hatten, erleichterte die Löscharbeiten erheblich.

Dennoch: Weil das Unterholz wegen der derzeitigen Witterung so trocken war, musste die Feuerwehr nicht nur den Brand löschen, sondern die gesamte Umgebung wässern. Im Einsatz waren knapp 20 Feuerwehrleute. Die Polizei hat inzwischen ein Strafverfahren wegen des „Verdachts auf Sachbeschädigung“ eingeleitet.

„Hitliste“ der bekanntesten illegalen Müllabladeplätze

Die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL), zuständig für die Entsorgung des Abfalls in der Stadt, waren am Mittwoch nicht vor Ort. „Vermutlich gab es keinen Abfall mehr, den es zu beseitigen gab“, vermutet Thomas Möller, Leiter der Abteilung Stadtreinigung bei WBL. Bekannt als illegaler Müllabladeplatz sei die Halde nicht, sagt er. Da gebe es andere Orte in der Stadt, die man immer wieder, wenn man auch nur in der Nähe sei, anfahre.

Feuer auf Victoria: Wie die Feuerwehr durch glückliche Umstände einen Großbrand verhinderte

Genaue Statistiken gibt es nicht: Aber tendenziell nehme die Zahl der wilden Müllkippen zu, so WBL. © Foto Stadt Lünen

Die drei Spitzenreiter seien das Gebiet rund um das Freibad Brambauer und die Halde Tockhausen, die Lanstroper Straße in Horstmar im Bereich der Autobahn und der Grüne Weg in Niederaden, ebenfalls nahe der Autobahn „Da fahren wir immer vorbei, wenn wir ohnehin in der Nähe sind.“ Das Ziel: Hier soll möglichst wenig herumliegen. Das, so Möller, erhöhe die Hemmschwelle, hier seinen Mist in die Umwelt zu werfen. Einfacher wäre es ohnehin, seinen Müll beim Wertstoffhof abzugeben.

Wer seinen Müll am Wertstoffhof abgibt, bezahlt überschaubare Gebühren: 2,50 Euro für eine Wagenladung Grünschnitt, 5 Euro für eine Wagenladung Sperrmüll. Geöffnet hat er Wertstoffhof montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 16 Uhr, mittwochs bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr.
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