Thews fordert: Mehr Videokonferenzen statt Kurzstrecken-Flüge von Bonn nach Berlin

mlzKlimaschutz im Bundestag

Die Umwelt schonen mit Videokonferenzen statt Flügen von Bonn nach Berlin. Das findet der Lüner Vize-Chef des Umweltausschusses im Bundestag, Michael Thews, gut. Doch das kostet Geld.

Lünen

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Bundestagsabgeordnete Michael Thews (SPD) aus Lünen gibt seine Zustimmung zu der Idee, Videokonferenzen einzusetzen, um die Anzahl der Flugreisen zwischen Bonn und Berlin zu minimieren. „Der Vorschlag kam ja von Frau Dr. Anja Weisgerber, der Vorsitzenden der Unions-Fraktion. Ich habe mich nur angeschlossen, halte das aber für eine tolle Sache“, sagt der Vize-Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag.

Die Idee an sich sei nicht so neu. Videokonferenzen würden bereits seit Längerem im Umweltausschuss genutzt. „Es wurden schon seit der vergangenen Legislaturperiode immer wieder Videokonferenzen durchgeführt“, erklärt der Bundestagsabgeordnete.

Videokonferenzen nicht immer sinnvoll

Allerdings seien diese nicht immer sinnvoll. Bei Anhörungen und wenn Expertenmeinungen gefragt sind, dann sollten alle Beteiligten besser vor Ort sein. Aus dem Umweltausschuss in Bonn würden regelmäßig ein bis zwei Ländervertreter in Videokonferenzen zugeschaltet, die nicht in Berlin vor Ort sind.

„Es ist ja auch nur mehr als sinnvoll, dass Mitarbeiter des Umweltausschusses Videokonferenzen nutzen, um die Umwelt zu schonen“, sagt Michael Thews. Das müsse man auf die anderen Ausschüsse, die diese Art der Kommunikation ebenfalls nutzen, noch hochrechnen.

Umsetzung hapert an Technik

Problematisch sei der technische Stand in den Sitzungssälen. „Es gibt Konferenzsäle für sechs bis acht Leute, da ist eine solche Konferenz kein Problem und man kann jedes Wort hören“, so Thews. Das sehe aber in normalen Sitzungssälen ganz anders aus.

Die Problematik liege oft im Detail, denn für eine voll funktionsfähige Videokonferenz benötige man ein gutes Bild, eine stabile Verbindung und am wichtigsten: „gute Mikrofone für einen guten Ton“. „Manchmal sitzen Leute im Schatten und man kann sie nicht erkennen oder der Ton fällt plötzlich aus. Eine vernünftige Technik ist natürlich Voraussetzung für eine solche Umsetzung“, sagt Michael Thews.

Investitionen für Umsetzung nötig

Die meisten Sitzungssäle seien bereits älter und verfügten somit nicht über eine optimale technische Ausrüstung. „Solche alten Säle haben dann mitunter auch noch eine komische Akustik, die das Ganze nicht einfacher macht“, sagt der Bundestagsabgeordnete. „Wenn der Vorschlag von Frau Dr. Anja Weisgerber konsequent durchgesetzt werden soll, dann bräuchte es deutliche Investitionen in diese Richtung“, so Thews.

Er selbst habe seit 2013 schon keine Flugreise nach Berlin mehr unternommen. Auch Flüge über Düsseldorf, um nach Lünen zu gelangen, seien Michael Thews zu umständlich. Michael Thews nutzt überwiegend Bahnfahrten, um von A nach B zu kommen.

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