Förderschulen im Kreis Unna vor dem Aus

Sinkende Schülerzahlen

Den Förderschulen brechen die Schüler weg. Das ist eine Folge des demografischen Wandels einerseits, der voranschreitenden Inklusion andererseits. Die Schulträger müssen darauf regieren. Sechs Standorte werden offenbar aufgegeben.

KREIS UNNA

von Von Alexander Heine

, 25.09.2014, 15:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch sehbehinderte Schüler erhalten an Förderschulen spezielle Unterstützung. Inklusion und demografischer Wandel könnten die Schulform bald überflüssig machen.

Auch sehbehinderte Schüler erhalten an Förderschulen spezielle Unterstützung. Inklusion und demografischer Wandel könnten die Schulform bald überflüssig machen.

Keine Förderschule mehr? „Das wäre im Sinne der Inklusion vielleicht ganz nett, aber es gäbe kein Wahlrecht mehr.“ Inklusion ist für Eltern allerdings kein Pflichtprogramm. „Und solange Eltern wählen dürfen, kann man ihr Wahlrecht nicht einfach unterhöhlen, indem man keine Förderschulen mehr anbietet“, so Habeck. Sein Konzept hat Habeck Vertretern von Politik und Förderschulen aus dem Kreis vorgestellt. Es sieht mittelfristig drei Förderschulen an vier Standorten vor. In Lünen und Unna soll es zwei Förderschulen im Verbund Lernen und emotionale und soziale Entwicklung für den Sekundarbereich I geben – Standorte sollen die Harkortschule in Unna und die Friedrich-Ebert-Schule in Lünen sein.

Das heißt im Umkehrschluss: Sechs Standorte von Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen in Fröndenberg, Schwerte, Kamen, Bergkamen, Selm und Werne sollen auslaufen. Für den Primarbereich soll es für die Förderbereiche Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung eine gemeinsame Förderschule mit zwei Standorten in Fröndenberg und Bergkamen-Rünthe geben. Auf Verwaltungsebene fußt das Konzept nach Auskunft von Kreisdezernent Dr. Detlef Timpe auf kreisweiten Konsens. Wernes Schuldezernentin Elke Kappen spricht von einem „gelungenen Beispiel für Kooperation“. Dass in Werne künftig keine Förderschule mehr sein soll, komme nicht überraschend. „Wir fallen mit unserer Schule unter die Mindestgrößenordnung, insofern trifft uns das nicht unerwartet.“ Timpe erwartet „ein interessantes Vierteljahr“. Nach jetziger Planung wird Habeck seine Vorschläge im November und Dezember in den Schulausschüssen vorstellen. Im Frühjahr sollen dann mit Wirkung zum 1. August 2016 nötige Beschlüsse und Entscheidungen herbeigeführt werden.

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