Die Stadtbücherei Lünen wird seit zehn Jahren von einem aktiven Förderverein unterstützt. © Günter Blaszczyk (A)
Stadtbücherei

Förderverein wird 10: Weiter durchstarten für Bücherfreunde in Lünen

Die Liebe zum Lesen hat sie zusammengeführt: Die Mitglieder des Fördervereins der Lüner Stadtbücherei haben Grund zum Feiern. Seit zehn Jahren gibt es den Verein, der eine Menge vorhat.

Die Idee, einen Förderverein für die Lüner Stadtbücherei zu gründen, brachte ein Hesse mit. Als Horst Müller-Baß 2009 Kulturdezernent in Lünen wurde, wunderte er sich, dass es so einen Förderverein an der Lippe bisher nicht gab. In seiner Heimatstadt Hanau war er Vorsitzender des dortigen Bücherei-Fördervereins und wünschte sich eine solche Unterstützung auch für Lünen.

Denn die Haushaltslage der Stadt war nicht gut, ein Gutachter hatte in seinem Bericht empfohlen, gerade an Kultureinrichtungen zu sparen. Daraufhin gründete sich der Förderverein Theater. Am 14. Dezember 2010 folgte der Förderverein Bücherei.

Reizvolle Herausforderung

Die Gründungsmitglieder waren: Manuela Hauptmann (damals Leiterin der Stadtbücherei), Susanne Limena, Ferdinand Langguth, Eberhard Kamm, Volker Mollin, Heinz-Joachim Otto, Michael Teichert, Werner Tischer und Klaus Weeber.

Klaus Weeber wurde der Vorsitzende. Der gerade pensionierte Lehrer empfand den Förderverein als eine reizvolle Herausforderung, pädagogische Erfahrungen mit der Erkundung neuer Horizonte zu kombinieren.

Herbert Hamann ist seit 2019 Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbücherei. © Günter Blaszczyk (A) © Günter Blaszczyk (A)

Ihm folgte als Vorsitzender Werner Tischer, kritischer Geist und kulturell engagiert. Seit 2019 ist nun Herbert Hamann Vorsitzender. Er arbeitet gerade an einer Chronik der zehn Jahre – gedacht für die Mitglieder, Sponsoren und Interessierte.

Die Aktivitäten können sich sehen lassen. Nach der ersten Lesung im Mai 2011, in der Schauspielerin Tirzah Haasse Tucholsky-Texte interpretierte, gab es zahlreiche weitere Veranstaltungen. Besonders beliebt sind dabei das „Lese-Café“, in dem Teilnehmer eigene Texte präsentieren und die Reihe „Saite an Seite“, zusammen mit dem Förderkreis der Musikschule.

Lese-Café und „Saite an Seite“

Doch Corona macht auch vor dem Förderverein nicht halt. Als es noch möglich war, fand das Lese-Café im Kunst-Café statt, weil dort wegen der Corona-Maßnahmen mehr Platz zur Verfügung stand als in der Bücherei selbst. „Wenn es wieder geht, werden wir dort auch wieder unser Lese-Café organisieren“, so Hamann.

Bis es die nächste Auflage von „Saite an Seite“ geben wird, wird es wohl länger dauern. In jeder Veranstaltung der beliebten Reihe geht es um Länder, die literarisch und musikalisch vorgestellt werden. Und mit einem passenden Buffet. Hamann: „Genau das ist auch ein Problem in der Corona-Pandemie.“

Dass der Verein in normalen Zeiten so aktiv ist, liege wohl daran, dass alle Vorstandsmitglieder bereits Frührentner oder Rentner sind. „Das ist nicht in jedem Förderverein so“, weiß Hamann.

Die Lesecafés erfreuen sich großer Beliebtheit. Derzeit müssen sie Corona-Pause einlegen. © Foto Förderverein © Foto Förderverein

In vergangenen Jahren war der Förderverein in einer der Kreativhütten des Lüner Weihnachtsmarktes vertreten, um seine Arbeit vorzustellen. „Eigentlich wollten wir dieses Jahr alle kulturellen Fördervereine Lünens dort vorstellen“, so der Vorsitzende. Auch hier hat Corona den Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ideen für die Nach-Corona-Zeit gibt es schon genug. So wollte man im Museum ein Special zum250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven veranstalten, das nicht stattfinden konnte, aber nachgeholt werden könnte. Eine weitere Idee ist die Kombination aus Theater und Lesung. „Konzepte sind da, wir müssen aber warten, bis es wieder möglich ist.“

Vorfreude gibt es auch auf das geplante neue Zuhause der Stadtbücherei, die in die neu gestaltete Persiluhr-Passage ziehen soll. Hamann: „Wenn man uns braucht, helfen wir natürlich.“ Der Förderverein stehe bereit, um eine Neuaufstellung der Stadtbücherei in den neuen Räumen zu begleiten.

Jetzt aber soll nach einer erneuten Corona-Zwangspause die Bücherei wieder öffnen. Auch darüber freut sich der Förderverein. Ein Projekt konnte aber realisiert werden – neue Schilder in der Innenstadt, die auf die Bücherei hinweisen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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