Frau von der Insel Java arbeitet bei Lüner Stadt-Insel

Bundesfreiwilligendienst

Reni Rahmawati stammt aus Jakarta, der indonesischen Hauptstadt. Seit wenigen Tagen ist die 26-Jährige nun in Lünen zuhause. Für ein Jahr absolviert sie einen Bundesfreiwilligendienst in der Stadt-Insel, dem Haus der evangelischen Jugend. Wir haben mit ihr gesprochen.

LÜNEN

, 23.09.2017, 08:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Woher in Indonesien stammen Sie?

Aus der Hauptstadt Jakarta, die hat 9,6 Millionen Einwohner und liegt auf der Insel Java. Dort habe ich auch studiert.

Wieso haben Sie sich für Deutsch als Studienfach entschieden?

Ich wollte noch eine andere Fremdsprache als Englisch beherrschen, das ja irgendwie alle Leute können. Ich habe vier Jahre an der Uni Deutsch studiert, vor allem die sehr schwierige Grammatik. Und dann habe ich zwei Jahre an meiner Abschlussarbeit gearbeitet.  

Warum wollten Sie dann nach Deutschland?

Um die Sprache hier richtig sprechen zu lernen. Ich sollte als Au Pair in München arbeiten, aber da passten die Aufgaben nicht so mit dem Vertrag zusammen. Deshalb bin ich nach Jüchen am Niederrhein gezogen und war dort zehn Monate lang Au Pair bei einer Familie, hab mich vor allem um das Baby gekümmert. Der Kleine ist jetzt 18 Monate alt. Die Gastfamilie und auch alle anderen Verwandten dort waren sehr nett. Ich hatte erst Schwierigkeiten mit meinem Visum, weil es mit der ersten Stelle in München nicht geklappt hat, aber der Gastvater hat mir da sehr geholfen. Und weil die Gastmutter auch aus Indonesien stammt, war sie auch meine Deutschschülerin. Und wir haben jeden Tag Indonesisch gekocht, vielleicht hatte ich auch deshalb kein Heimweh.

Wie ging es dann weiter?

Eigentlich wollte ich nur ein Jahr lang in Deutschland bleiben, aber ich finde das Land so toll, hier ist alles so effizient. Und deshalb möchte ich hier gerne eine Ausbildung zur Erzieherin machen. Aber mein Deutsch reicht dafür noch nicht aus. Eine Freundin aus Indonesien macht gerade eine Ausbildung bei der Diakonie in Bielefeld. Da hab ich mich auch bei der Diakonie beworben, bekam aber erst mal eine Absage – weil ich schon 26 bin. Aber dann habe ich noch mal telefoniert und dann hat man mir eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst angeboten. Es war kein Problem, dass ich Muslimin bin, wie die meisten Menschen in Indonesien.  

Und wie gefällt es Ihnen bei der Stadt-Insel, dem Haus der evangelischen Jugend. in Lünen?

Sehr gut, ich hab auch eine sehr schöne Wohnung, ganz nah bei der Stadt-Insel. Offiziell habe ich am 1. September hier angefangen, aber wir waren vorher mit dem Team schon in Camp Canow, um Absprachen zu treffen.

Was sind Ihre Aufgaben im Haus der evangelischen Jugend?

Ich will mit den Kindern Theater spielen, bin aber auch für den Kochtag einmal in der Woche verantwortlich. Vielleicht kochen wir auch mal Indonesisch. Natürlich bin auch am Weltkindertag bei dem Fest dabei.  

Was sind die größten Unterschiede zu Ihrer Heimat?

Dass hier eigentlich die meisten Leute um 19 Uhr schon nach Hause gehen. In Jakarta beginnt da eigentlich erst das Leben in Restaurants und Imbissen.  

Wie kommen Sie mit Ihren beiden „Kollegen“ klar, die ein Freiwilliges Jahr absolvieren?

Sehr gut. Wir hatten mit Nico und Yannick schon gute Gespräche. Auch wenn ich ihre Witze noch nicht ganz verstehe. Aber das kommt sicher noch.

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