Kleine Ursache, große Wirkung: Darum gab es während der Abi-Feier im Theater Feueralarm

mlzFreiherr-vom-Stein-Gymnasium

Diese Abi-Feier werden Schüler, Familien und Lehrer wohl nicht vergessen - ein Feuer-Alarm im Theater machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Ursache war vermutlich eher klein.

Lünen

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Feueralarm hatte am Samstagnachmittag die Abi-Feier des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums im Hilpert-Theater unterbrochen. Zunächst ging man von einem schmorenden Kabel als Ursache aus.

„Jetzt sieht es so aus, dass einer der Entstörerkondensatoren kaputt gegangen ist. Deshalb entstand eine Rauchwolke, und da das Ganze direkt unter einem Rauchmelder war, wurde Alarm ausgelöst“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Donnerstag.

Solche Kondensatoren sind nötig, damit die gedimmten Lampen die Tonanlage nicht stören und beim Dimmen kein Brummen entsteht. Sie sind sogar selbstlöschend.

Da es sich um relativ günstige Teile handelt, werde die Reparatur weder teuer noch langwierig werden.

Allerdings wolle man auf Nummer sicher gehen. Deshalb wird ab Montag eine Fachfirma sämtliche Kabel im Theaterbereich überprüfen.

Oberstufenkoordinator Frank Nitsche performte gerade mit Kollegin Julia Rossbach und weiteren Lehrern einen musikalischen Beitrag auf der Bühne, als der Alarm losging.

Erst an einen Scherz gedacht

„Da kam die Durchsage. Zuerst hatten wir gedacht, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Außerdem kam die Durchsage an einer Stelle, wo dieser Knalleffekt sogar inhaltlich passte“, so der Lehrer.

Als die Durchsage, man solle das Theater verlassen, aber immer weiterlief, erklärte Nitsche auf der Bühne nur noch, dass er nichts von einem Scherz wisse und bat alle Teilnehmer im Zuschauerraum, in Ruhe das Theater zu verlassen.

„Mittlerweile hatten die Mitarbeiterinnen des Theaters auch schon die Türen geöffnet.“ Nitsche empfand es „als sehr angenehm“ wie ruhig Eltern, Großeltern und die Abiturienten aufgestanden sind und den Saal verließen.

„Wir sind seitlich von der Bühne rausgegangen, hatten alles erst für einen Fehlalarm gehalten.“ Bis zu dem Alarm hatten nur die Abiturienten des Deutsch-Leistungskurses ihre Abi-Zeugnisse bekommen.

Digitalwerkstatt und Abiturienten sorgten für „Einlaufmusik“

Die übrigen Zeugnisse lagen noch im Theater. Zusammen mit Schulleiter Heinrich Kröger hielt Nitsche Kontakt zu den Einsatzkräften. Als sich herausstellte, dass das Theater nicht mehr genutzt werden konnte, sei man dann in den Hansesaal ausgewichen. Die Abiturzeugnisse holten die Lehrer - mit Erlaubnis der Feuerwehr - über die Bühnenrampe, die nach draußen führt.

„Dass wir in den Hansesaal umgezogen sind, war eine gute Entscheidung, auch wegen der älteren Gäste mit Rollatoren“, so Nitsche. Dass jeder Abiturient auch noch seine „Einlaufmusik“ bekam, ist der „Digitalwerkstatt“ zu verdanken, bei der auch Abiturientin Ksenia Stabla mithalf.

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