Auch bei miesem Novemberwetter lassen sich einige Mountainbiker nicht davon abhalten, die neue Anlage in Gahmen zu nutzen. © Stachelhaus
Bikepark Gahmen

Freizeit während Lockdown: Wetterfeste Biker auf der Halde in Lünen

Im „Lockdown Light“ hat alles zu, was Spaß macht. Doch es bleiben Möglichkeiten, draußen Sport zu treiben. Etwa auf der Bikeanlage in Gahmen. Die Maskenpflicht dort gefällt nicht jedem.

Dichte Wolken hängen am Sonntag über Lünen, es gibt Nieselregen, dazu etwa 10 Grad Temperatur. Ein Tag, wie man ihn im November erwartet. Klassisches Wetter für einen Besuch der Bikeanlage auf der Halde Viktoria 3/4 in Gahmen ist das nicht. Eigentlich.

Denn im „Lockdown Light“ hat alles geschlossen, was an Freizeitgestaltung drinnen stattfinden könnte. Kinos, Kletterhallen, Minigolfanlagen, auch Museen und Restaurants sowieso.

Draußen unterwegs trotz miesem Wetter

Und so ist die erst im August eingeweihte Bikeanlage im Lüner Süden trotz des ungemütlichen Wetters am Sonntag (22.11.) zumindest nicht ganz verwaist. Zwei Familien mit Kindern und ein paar einzelne jugendliche Mountainbiker sind zwischen den Hügeln der Anlage unterwegs.

Auf der Startrampe der Anlage steht Rachid Bensaid und schaut seinen beiden Söhnen Youssef (13) und Saad (10) bei ihren Runden über die Anlage zu. Die Maske setzt er auf, sobald sich unser Reporter nähert. „Ja, das macht keinen Spaß, aber es ist schon besser so“, sagt er. Die Familie aus Dortmund war schon am Samstag nach Lünen gekommen. „Da war mehr los“, sagt Bensaid.

Das schlechte Wetter am Sonntag habe seine Söhne aber nicht von einer Rückkehr abbringen lassen. „In Dortmund gibt es auch eine Anlage, aber die kenne ich schon in- und auswendig“, sagt Youssef. „Wenn man sich richtig anzieht, ist das mit dem Regen kein Problem“, meint Saad.

Der Zustieg zur Bikeanlage auf der Halde in Gahmen.
Der Zustieg zur Bikeanlage auf der Halde in Gahmen. © Stachelhaus © Stachelhaus

Wenig Verständnis für Maskenpflicht im Freien

„Das ist ziemlich schick hier“, sagt Thorsten Pohl. Sohn Niklas zieht mit seinem Mountainbike begeistert seine Runden. Mal über die geschotterte Buckelpiste, dann wieder über die geteerten Rampen in der sogenannten Pumptrack-Arena.

Die fehlenden Ablage- oder Aufhängemöglichkeiten für Rucksäcke stören den Vater. „Die Sachen liegen da hinten in den Büschen“, sagt er, zeigt zum Rand der Anlage auf der Halde.

Wenig Verständnis hat die Familie für die Maskenpflicht auf der Freiluft-Anlage.

Im Supermarkt sei das ja kein Problem, meint Thorsten Pohl. Aber auf Sportanlage? „Wollen wir den Kindern denn wirklich jeden Spaß nehmen?“, fragt Mutter Julia Pohl. Zu erklären sei das kaum. Morgens im Schulbus hockten die Kinder aufeinander. In der Schule auch. Auf der Bikeanlage verteilen sich die Gäste auf großer Fläche im Freien.

Wegen fehlender Abstände und Verstöße gegen die Maskenpflicht hatte der Stab Außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Lünen unter anderem am Dienstag entschieden, die Skateanlage in der Innenstadt zu sperren.

Eine Lockerung der Maßnahmen in Deutschland ist auch mit Ende November nicht abzusehen. Die Anstieg der Neuinfektionen wurde zwar verlangsamt, aber nicht entscheidend reduziert.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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