Friedenstaube aus Taybeh in der Herz Jesu-Kirche

Weihnachten in Brambauer

Sie ist aus Ton geformt und per Hand bemalt mit einem grünen Ölzweig und einem roten Jerusalemkreuz – die Friedenstaube aus dem Ort Taybeh in Israel. In der Christmette am Heiligen Abend wird sie Einzug halten in die Herz Jesu-Kirche in Brambauer.

BRAMBAUER

, 24.12.2016, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Lampenöl der Friedenstaube, ebenfalls aus Taybeh, wird dann mit dem Friedenslicht aus Bethlehem entzündet. An der Krippe in der Kirche bekommt die Taube einen Platz in der Weihnachtszeit. Danach wird sie ihren festen Ort im Gotteshaus erhalten. Damit gehört die Herz Jesu-Kirche zu den mehr als 100.000 christlichen Gotteshäusern in aller Welt, in denen eine Friedenstaube aus Taybeh steht und daran erinnert, für Frieden im Heiligen Land und in der Welt zu beten.

Dass so eine Taube in Brambauer stehen wird, ist Carla und Hans-Wilhelm Krei zu verdanken. Das Brambauer Ehepaar liebt Israel und war in diesem Jahr zwei Mal dort – Ende Mai mit einer Gruppe, Ende September mit seinem jüngeren Sohn Sebastian

 „Abuna“ lebt seit 15 Jahren in Israel

„Beide Male hat uns Abuna Dr. Bernt Besch, der seit 15 Jahren in Israel lebt und sich um die deutschen Belange des lateinischen Patriarchats kümmert, geführt“, so die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende von Herz Jesu Brambauer. Abuna ist der Titel von Pfarrern. Dank Abuna Besch fuhr die Familie nach Taybeh, mitten im palästinensischen Hoheitsgebiet gelegen und von 1500 christlichen Einwohnern bewohnt – sowohl Katholiken als auch Orthodoxe. „Weil es dort nicht viele Arbeitsplätze gibt, sind viele frühere Bewohner weg gezogen“, erfuhren die Kreis.

Vom Gemeindepfarrer in Taybeh erfuhren sie Erstaunliches. So sind dort besonders viele junge Menschen ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert. Und der Kirchenbesuch liegt bei 60 Prozent der Gemeindemitglieder. „Bei uns sind es sieben Prozent und damit liegen wir in Deutschland sogar noch hoch“, so Carla Krei.

Der Ort hat noch eine Besonderheit, durch ihn führte vor 2000 Jahren der Weg von Nazareth nach Bethlehem. „Also wird die heilige Familie damals dort über die Stufen gegangen sein, die bis heute erhalten sind“, so Hans-Wilhelm Krei.

 „Jede Taube ist ein Unikat“

In Taybeh entdeckte die Familie aus Brambauer die Friedenstauben aus Ton und erfuhr ihre Geschichte. „Jede Taube ist ein Unikat, weil sie alle per Hand aus Ton gefertigt und dann bemalt werden“, erfuhr Hans-Wilhelm Krei. Schnell war sich das Ehepaar einig – „so eine Taube nehmen wir für die Herz Jesu-Kirche mit.“ Im Internet erfuhr Carla Krei, dass beispielsweise der Pastorale Raum im rheinischen Siegburg Friedenstauben für alle sieben dazu gehörigen Kirchen gekauft hat.

Pastor Christian Kluczynski wird die Friedenstaube aus Israel in der Christmette an die Krippe stellen. Und Familie Krei plant schon die nächsten Reisen ins Heilige Land. „Auf jeden Fall nächstes Jahr und dann wollen wir 2018 wieder mit einer Gruppe nach Israel.“ 24 Anmeldungen dafür gibt es schon. 

Die Geschichte der Friedenstaube in Taybeh:
Taybeh ist das biblische Ephraim. Der Ort, etwa 30 Kilometer von Jerusalem entfernt, ist die einzige rein christliche Gemeinde des Westjordanlands.
2004 hat Raed Abusahlia, katholischer Priester von Taybeh, ein Selbsthilfeprojekt für seine Gemeinde auf die Beine gestellt.
Ziel war es, Arbeitsplätze zu schaffen und neue Handelskanäle für landwirtschaftliche Ressourcen zu öffnen. L Basis des Projektes ist eine moderne Industrie-Olivenpresse. Mit ihrer Hilfe wird Speiseöl, aber auch Öl für Lampen produziert.
Raed Abusahlia möchte, dass an möglichst vielen Orten auf der Welt so ein Licht aufgestellt und um Frieden fürs Heilige Land gebetet wird. Deutschsprachige Infos gibt es .

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