Das erste Eis in diesem Jahr. Das warme Wetter hat viele Lüner nach draußen gelockt, auch unsere Autorin Nora Varga (vorne) mit ihrer Familie. © Nora Varga
Frühlings-Temperaturen

Frühlingswetter in Lünen: Draußen mit Fahrrädern, Donuts und erstem Eis

Nach dem Schneechaos der letzten Woche scheint in Lünen die Sonne, und der Frühling ist da. Eine Gelegenheit, ein Eis zu essen und durch die Stadt zu flanieren, findet unsere Autorin.

Als ich aus dem Haus gehe, merke ich sofort: Ich habe mich zu warm angezogen. Nach dem Schneechaos des letzten Wochenendes hatte ich mich daran gewöhnt, mit einem riesigen Schal, lustiger Bommelmütze und gestrickten Pulswärmern vor die Tür zu gehen. Aber draußen scheint die Sonne, und ich kann meine Winterjacke gegen eine Windjacke tauschen.

Um den Frühling einzuläuten, habe ich mich mit meinen Eltern und meinem kleinen Bruder in Lünen zum Eisessen verabredet. Die drei sind mit dem Fahrrad gekommen und liegen damit im Trend des Samstages. Die Stadt ist überfüllt mit Fahrrädern. Vor allem Familien scheinen die Sonne zu nutzen. Wir stehen vor der Theke der Eisdiele San Remo, die ihr Angebot wegen Corona stark reduziert hat. Obwohl es draußen sommerlich ist und der blaue Himmel zum Eis essen einlädt, gibt es keine Schlange, und wir sind die einzigen Kunden. Ein wenig weiter sehen wir später die riesige Schlange vor dem neuen Donut-Laden an der Münsterstraße. Vielleicht ist diesen Sommer der Donut und nicht das Eis der große Renner.

Das erste Eis in der Lüner Fußgängerzone. © Nora Varga © Nora Varga

Eis und Maske: Eine schlechte Kombination

Einen Vorteil hat der Donut auf jeden Fall. Er schmilzt nicht. Mit dem Eis in der Hand müssen wir ein Stück laufen, um zum Essen die Masken abzunehmen. Mein Eis fängt schon an zu tropfen, da haben wir kaum den Laden verlassen. Statt dem laufenden Eis durch ein schnelles Essen Einhalt zu gebieten, habe ich eine Maske auf und geschmolzenes Eis am Ärmel.

Das Eis schmeckt, und meine Mutter drückt das aus, was wir alle denken: „Echt witzig, vor einer Woche haben wir noch Eis gekratzt. Jetzt scheint die Sonne, und wir essen hier Eis.“ Nach dem Eis gehen wir noch ein bisschen an der Lippe entlang. Der Fahrrad-Trend hat sich auch am Lippeufer durchgesetzt. Bis auf die Unmengen an Granulat und den erhöhten Lippepegel lässt nichts ahnen, dass vor ein paar Tagen noch alles voll mit Schnee war.

Überbleibsel des Schneechaos: Granulat © Nora Varga © Nora Varga

Auf dem Markt trifft meine Mutter eine Bekannte. Aktuell scheint es nur zwei Gesprächsthemen zu geben: Das ach so schöne Wetter und Corona. Da Corona seit März Gesprächsthema ist, bin ich ausnahmsweise froh, dass es ums Wetter geht. Immerhin ist in den letzten zwei Wochen genug in puncto Wetter passiert. So schön es auch ist, die gespenstische Stille in den Läden und Cafés der Innenstadt will nicht in die Idylle des gefühlten Frühlingsanfangs passen.

Die letzten Schneereste auf dem Marktplatz in Lünen. © Nora Varga © Nora Varga

Während sich zwei Gemüsehändler in Markschreier-Lage über den Ausgang des Revier-Derbys unterhalten, spielen zwei Kinder im strahlenden Sonnenschein mit den letzten Schneeresten. Trotz schönen Wetters gehen uns die Aktivitäten aus, es hat ja nichts offen. Und auch wenn Spazierengehen im Sonnenschein schön ist, seit fast einem Jahr macht man kaum etwas anderes, wenn man das Haus verlässt.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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