Frust im Rathaus: Rolf Möller tritt zurück

Schwierige Zusammenarbeit

Lüner Rathaus läuft es nicht rund: Der erste stellvertretende Bürgermeister Rolf Möller (SPD) wird Ende Februar sein Amt niederlegen. Dass der Wechsel notwendig ist, liegt aus Möllers Sicht auch am amtierenden Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns.

LÜNEN

, 26.01.2016, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rolf Möller (SPD) ist mit der Kooperation mit dem amtierenden Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns unzufrieden - und ist daher zurückgetreten.

Rolf Möller (SPD) ist mit der Kooperation mit dem amtierenden Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns unzufrieden - und ist daher zurückgetreten.

Rolf Möller (55) erklärte, er habe nicht mehr den Spaß und den Biss, um sein Amt so auszuüben, wie er es gerne würde. Das sei nicht zuletzt auf fehlende Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns zurückzuführen. Es gebe beispielsweise keine regelmäßigen Besprechungen, die Terminabsprachen und die Repräsentation der Stadt seien nicht so, wie Möller sie sich vorstelle.

Er sehe nach anderthalb Jahren als stellvertretender Bürgermeister und elf Jahren als Fraktionschef die Chance, etwas kürzer zu treten. Der Beamte im Kommissariat für Wirtschaftskriminalität wolle sich mehr um Beruf und Privatleben kümmern. Dieses Gesamtpaket habe ihn zu der Entscheidung bewogen.

Es gibt nicht nur Politik im Leben

Als Reaktion auf die Wahlschlappe am 27. September 2015, als sich er seinem Konkurrenten Jürgen Kleine-Frauns von der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) geschlagen geben musste, will Möller den Rückzug nicht verstanden wissen. Der Sozialdemokrat kam damals auf 36,68 Prozent der Stimmen, Kleine-Frauns holte 63,32 Prozent. „Ich habe ja weitergemacht“, sagt Möller. Doch es sei der Gedanke gereift, dass es noch ein Leben neben der Politik gebe.

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Dass die Wahlniederlage Rolf Möller zugesetzt hat, bestätigte er am 15. Oktober gegenüber unserer Redaktion: Von dem Ergebnis sei er „sehr überrascht“, sogar „entsetzt“ gewesen. Es fiel auf, dass Möller bei der offiziellen Amtseinführung seines Kontrahenten am 29. Oktober fehlte. Die Übergabe der Ernennungsurkunde gehört eigentlich zu den Aufgaben des ersten stellvertretenden Bürgermeisters. Sein Fernbleiben war damals mit beruflichen Gründen erklärt worden.

Dank für die Arbeit

Bürgermeister Jürgen-Kleine Frauns ist am Freitag über Möllers Rücktritt informiert worden. „Dies ist eine persönliche Entscheidung, die ich respektiere“, erklärte er am Dienstag und dankte Möller für die geleistete Arbeit.

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Die SPD-Fraktion bedaure Möllers Rückzug, habe aber auch Verständnis, heißt es in einer Erklärung. Dem schließt sich Siegfried Störmer (61) an. Er wurde von der Fraktion einstimmig als Nachfolger nominiert. Eine Entscheidung trifft der Rat am 3. März. 

Der Gesamtschullehrer ist seit 15 Jahren SPD-Ratsmitglied. Er engagiert sich in der Bildungs-, Sport- und Sozialpolitik. Sollte Störmer der Nachfolger werden, wolle er die Aufmerksamkeit auf das Positive in Lünen lenken. Dazu zählt er Aktivitäten der Bürgerschaft, Ehrenamt, Initiativen, Selbsthilfegruppen und Integration. Das werde öffentlich zu wenig wertgeschätzt. Rolf Möller bleibt Ratsmitglied, will sich um Finanzen und mehr um den Ortsteil Niederaden kümmern. 

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