Fünf tödliche Verkehrsunfälle in fünf Monaten

Lüner Verkehrsstatistik 2015

Fünf Verkehrstote in fünf Monaten, mehr Schwerverletzte - dafür weniger Verunglückte insgesamt: Die Lüner Verkehrsstatistik für 2015 zeigt sowohl gute als auch schlechte Entwicklungen. Und auch bei der Erfassung der Unfälle gibt es eine Veränderung - und die hat weitreichende Folgen für die Unfallzahlen in Lünen.

LÜNEN

, 15.02.2016, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei tödlichen Verkehrsunfällen, wie diesem im März 2015 an der Moltkestraße Ecke Konrad-Adenauer-Straße, starben im vergangenen Jahr in Lünen fünf Menschen.

Bei tödlichen Verkehrsunfällen, wie diesem im März 2015 an der Moltkestraße Ecke Konrad-Adenauer-Straße, starben im vergangenen Jahr in Lünen fünf Menschen.

Fünf tödliche Verkehrsunfälle in fünf Monaten: Die erste Jahreshälfte des vergangenen Jahres ließ Polizei und Bürger aufhorchen, denn im Abstand von nur wenigen Wochen hatten Unfälle verheerende Folgen.

Inzwischen steht fest: Zusammenhänge gibt es nicht. Unterschiedliche Unfallorte, verschiedene Abläufe und voneinander abweichende Zeiten: Auch wenn jeder Unfall allein betrachtet tragisch endete, ist kein „Gesetz der Serie“ zu erkennen.

Gleichwohl ist die Zahl von 5 Verkehrstoten in einer Stadt wie Lünen mit fast 85 000 Einwohnern und knapp 50.000 Fahrzeugen im Vergleich zur Nachbarstadt Dortmund ungewöhnlich hoch. Dort zählte die Polizei 7 Unfalltote bei circa 580.000 Einwohnern und über 306.000 Fahrzeugen.

Weniger Verunglückte

Gestiegen ist in Lünen auch die Zahl der Schwerverletzten: 2014 zählte die Polizei 54 Schwerverletzte. 2015 waren es 59. Positiv: Die Zahl der Verunglückten insgesamt ist von 353 im Jahr 2014 auf 337 gesunken. 

Polizeipräsident Gregor Lange freut sich vor allem über die Tabelle, die Verunglückte nach Altersgruppen zeigt. Die Zahlen bei Kindern (41 auf 26), Jugendlichen (26 auf 16) und Erwachsenen (190 auf 179) fallen.

Schattenseite junge Erwachsene und Senioren

Auf der Schattenseite stehen die 18- bis 24-jährigen „jungen Erwachsenen“, bei denen die Verunglücktenzahl um 5 auf 56 gestiegen ist. Vom Anstieg betroffen sind auch die Senioren, die bei 60 Unfällen (2014: 44) verletzt worden sind. „Hier ist der demografische Wandel zu erkennen“, sagte der Leitende Polizeidirektor Ralf Ziegler gestern bei der Präsentation der 2015-er Zahlen.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten kann die Polizei die ausschließlich für Lünen relevanten Zahlen nicht mehr aus der Gesamtzahl mit Dortmund herauslösen, weil die statistische Erfassung verändert worden ist. Für beide Städte registrierte sie insgesamt 25.577 Unfälle.

Verstärkte Handykontrollen

Auto- und LKW-Fahrer müssen laut Gregor Lange auch 2016 verstärkt mit Handy-Kontrollen rechnen. Denn das Unfallrisiko steigt, wenn sie während der Fahrt aufs Smartphone und nicht auf die Straße blicken – bei Tempo 50 legt ein PKW in zwei Sekunden fast 30 Meter zurück.

Ralf Ziegler: „Beim Nachrichtenschreiben oder -lesen steige das Unfallrisiko um das 23-Fache“.

Das war die Lüner Unfallstatistik im Jahr 2014:

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