Für 80.000 Euro: Veranstaltungsfirma will Lüner Rathaus illuminieren und sucht Sponsoren

mlzAttraktivität der Stadt

Es soll eine faszinierende Lichtshow werden: Die Firma „Late Night Concepts“ plant, das Lüner Rathaus als Projektionsfläche zu nutzen. Die Stadt ist begeistert, zahlt aber nicht.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 04.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Millionen leuchtender Sterne, die dreidimensional herumwirbeln und auf ein Haus projiziert werden. Dazu packende Musik. Wechselnde Farben und Formen, die Fenster werden ausgespart, das Licht pulsiert.

Ähnlich wie dieses Projekt, das die Firma „Late Night Concepts“ an einem Gebäude in Barcelona umgesetzt hat, soll auch die Lichtshow für das Lüner Rathaus in der Weihnachtszeit 2020 werden.

„Das Gebäude bietet sich durch seine flache Fassade und die Struktur der Fenster, die in das Konzept mit einbezogen werden können, einfach perfekt für so etwas an“, sagt Ingo Kaiser, Geschäftsführer der Eventfirma. Geplant ist eine etwa zwei-minütige musikunterlegte Lichtshow, die alle 30 Minuten auf das Lüner Rathaus geworfen wird.

Firma will Lünen „attraktiver machen“

Wenn die Firma, die Veranstaltungstechnik und Eventdesign anbietet, im Sommer 2020 von Werne auf das Gelände der Westfalia in Wethmar gezogen ist, möchte Ingo Kaiser mit seiner Firma einen Beitrag für Lünen leisten. „Die Idee ist, die Stadt attraktiver zu machen. Ich habe erkannt, dass Lünen eine tolle Stadt ist, aber wir müssen uns ein bisschen besser aufstellen“, sagt Kaiser.

Zum einen möchte er das mit seinem „Campus Erlebnisreich“, für den der Spatenstich im Oktober war. Der soll unter anderem mit einem Angebot an Ausbildungsplätzen junge Leute anlocken.

Zum anderen möchte sich das Unternehmen im kommenden Jahr zur Weihnachtszeit mit der Lichtshow am Rathaus vorstellen: „Wir wollen den Leuten zeigen, was wir hier machen, und ihnen gleichzeitig eine tolle Show bieten. Sie sollen sich dafür begeistern, was wir tun“, sagt Kaiser. „Wir wollen uns in der Adventszeit inszenieren, mit und für Lünen.“

Zeit war dieses Jahr zu knapp

In der letzten Novemberwoche hatte die Firma den Stadtverantwortlichen - auch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns war anwesend - die Idee vorgestellt. Anschließend wurden die Gegebenheiten getestet. Wie viele Projektoren werden benötigt? Stört der dunklere Lichthof in der Mitte des Gebäudes das Bild? Wo müssten die Projektoren stehen?

„Wir hätten gerne schon in diesem Jahr die weihnachtliche Lichtshow umgesetzt“, sagt Kaiser, „aber die Zeit war einfach zu knapp. Jetzt haben wir genügend Zeit das Konzept zu designen und zu erarbeiten.“ Die Verantwortlichen auf Seiten der Stadt seien begeistert gewesen und hätten grünes Licht für das Projekt gegeben. Nur Geld habe man nicht zusagen können.

Grüße auf der Rathausfassade

Die Kosten für die Lichtshow belaufen sich nach Angaben Kaisers auf etwa 80.0000 Euro. Für die Zeit zwischen den Lichtshows können sich Sponsoren einkaufen und beispielsweise Weihnachtsgrüße über die Rathausfassade schicken. 20 bis 30 Prozent der Kosten will Late Night Concept selbst tragen.

Unser Redaktionsleiter Daniel Claeßen kommentiert die Idee:

Licht-Show am Rathaus

54 Meter hoher Weihnachtsbaum erstrahlt

  • Quer über die Länge und Breite des Verwaltungsgebäudes am Marktplatz erstrahlt schon in diesem Jahr eine Lichtinstallation: Ein 54 Meter hoher Weihnachtsbaum, bestehend aus 70 LED-Scheinwerfern in den Büros der städtischen Mitarbeiter. Er leuchtet jeden Abend ab 18 Uhr.
  • Schon im Mai hatte die Stadt Lünen im Vorfeld der Europawahl die Buchstaben „EU“ in den Fenstern des Rathauses leuchten lassen, um für den Gang zur Wahlurne zu werben. Die Aktion war, so berichtet die Stadt, so gut angekommen, dass man sich entschieden hatte, das Hochhaus auch im Advent zu beleuchten.
  • Obwohl der Baum etwa sechs Meter höher ist als das Wahrzeichen der Weihnachtsstadt in Dortmund, sieht die Lüner Verwaltung keine Konkurrenz zur Nachbarstadt: „Er mag vielleicht etwas höher sein und weiter leuchten - aber er riecht natürlich nicht nach Tanne und Kugeln konnten wir auch keine dranhängen“, so Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadtverwaltung.
  • Das Projekt hat gut 3500 Euro gekostet. Die Kosten werden zu einem großen Teil von Sponsoren getragen.
Für 80.000 Euro: Veranstaltungsfirma will Lüner Rathaus illuminieren und sucht Sponsoren

Derzeit steht der „höchste Weihnachtsbaum“ des Ruhrgebiets in Lünen. © Stadt Lünen

  • Die Firma Late Night Concept hat auch hierfür das Konzept erarbeitet, die Ausführung übernimmt aber ein anderes Unternehmen. Im Unterschied zu der geplanten Installation für das kommende Jahr ist der Weihnachtsbaum aber nicht animiert und wird nicht durch Projektoren auf die Rathauswand geworfen.
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